Krypto-Hacks verursachen 2026 Schäden von über 2,35 Milliarden Dollar – CEX und DeFi liegen vorn
Krypto-Hacks haben 2026 bislang Nettoverluste von rund 2,35 Milliarden US-Dollar verursacht, so ein von Bitcoin Magazine zitierter Bericht. Die größten Vorfälle trafen zentralisierte Börsen und DeFi – nicht die Basisschicht von Bitcoin oder Hardware-Wallets.
Bei einem Angriff im September wurden rund 387,5 Millionen US-Dollar aus den Hot- und Warm-Wallets von Bitget abgezogen. Ermittler brachten den Angriff mit Akteuren aus Nordkorea in Verbindung und erklärten, die Angreifer hätten Sicherheitsprodukte eines Drittanbieters genutzt, um betrügerische Auszahlungsanweisungen auszugeben. Liquid Network, eine Bitcoin-Sidechain, erlitt einen geschätzten Verlust von 320 Millionen US-Dollar, nachdem ein Softwarefehler es Angreifern ermöglicht hatte, nicht gedeckte L-BTC zu erzeugen. Die Akteure gaben 3.400 BTC zurück, behielten jedoch rund 600 BTC.
Zu den weiteren großen Fällen gehörten der Angriff auf Drift Protocol mit einem Schaden von rund 285–296 Millionen US-Dollar, ein Bridge-Exploit bei KelpDAO im Umfang von 292 Millionen US-Dollar sowie ein Vorfall bei Tectonic mit einem Verlust von 120,4 Millionen US-Dollar, bei dem Sicherheiten manipuliert wurden. Auch Vorfälle im Hardwarebereich, darunter Lieferkettenprobleme bei Coinkite und Ledger, waren erheblich, fielen jedoch kleiner aus als die größten Verluste bei Börsen und im DeFi-Bereich. Dem Artikel zufolge war die Basisschicht von Bitcoin nicht für die gemeldeten Verluste verantwortlich.
Der Bericht warnt außerdem, dass KI-Coding-Agenten das Auffinden von Schwachstellen und die Entwicklung von Exploits erleichtern könnten. Bei den meisten großen Krypto-Hacks spielten weiterhin bekannte Risiken eine Rolle, etwa Social Engineering, kompromittierte Schlüssel und Infrastrukturmängel. Die zunehmende Nutzung von KI erhöht jedoch den Druck, Audits, Multisig-Kontrollen und die Sicherheit von Bridges zu verbessern.
Neutral
Die gemeldeten Verluste belasten die Sicherheit und das Vertrauen. Der Artikel benennt jedoch keine direkte Bedrohung für die Basisschicht von Bitcoin und liefert keine Belege für eine breite Ansteckung des Marktes. Die Verluste konzentrieren sich auf einzelne Börsen, DeFi-Protokolle, Bridges und Sidechain-Software. Daher dürfte sich die unmittelbare Handelswirkung eher auf bestimmte Vermögenswerte und Plattformen beschränken, statt eine breit angelegte Bewegung bei BTC oder am gesamten Kryptomarkt auszulösen.
Kurzfristig könnten Händler negativ auf betroffene Token und Plattformen reagieren, die Zu- und Abflüsse an Börsen sowie die Liquidität beobachten und von Projekten mit ähnlichen Verwahrungs-, Multisig-, Bridge- oder Governance-Konzepten eine höhere Risikoprämie verlangen. Frühere Börsenpleiten und DeFi-Exploits haben häufig starke Rückgänge beim direkt betroffenen Token und vorübergehende Volatilität im gesamten Sektor ausgelöst. Die Bewegungen am Gesamtmarkt hingen jedoch davon ab, ob es anschließend zu Abhebungen, Insolvenzen oder einer Ansteckung kam. Der Artikel berichtet hier von keiner derartigen breiten Ausstrahlung.
Langfristig könnten wiederkehrende Krypto-Hacks die Akzeptanz und Bewertungen belasten, wenn Nutzer das Vertrauen in die Verwahrung und die Sicherheit von Smart Contracts verlieren. Stärkere Audits, Multisig-Lösungen mit mehreren Anbietern, eine verbesserte Reaktion auf Vorfälle und eine sicherere Bridge-Architektur könnten dagegen das systemische Risiko senken. KI-gestützte Schwachstellenforschung ist eine Entwicklung mit zwei Seiten: Sie kann Verteidigern helfen, Fehler zu finden, aber auch die Kosten und das erforderliche Fachwissen für deren Ausnutzung senken. Insgesamt ist die Nachricht für den breiten Markt neutral, für exponierte Projekte und Infrastrukturen jedoch ein negatives Sicherheitssignal.