Die Kommerzialisierung von KI nimmt zu; der Börsengang von Anthropic gefährdet die Liquidität
Der Investor Qinbafrank sagt, die Kommerzialisierung von KI gewinne an Fahrt, da die hohen Investitionen des vergangenen Jahres in Rechenzentren, Chips und Strominfrastruktur nun beginnen, Cloud-Umsätze zu generieren. Die Investitionsausgaben US-amerikanischer Technologieunternehmen könnten sich 2026 der Marke von 900 Milliarden US-Dollar nähern. Microsoft meldete ein Azure-Wachstum von 48 %, Google Cloud wuchs um 103 %. Qinbafrank zufolge belegen steigende Aufträge von gewöhnlichen Unternehmen – und nicht nur von KI-Modellfirmen –, dass sich die Nachfrage auf immer mehr Unternehmen ausweitet.
Der nächste Prüfstein für die Kommerzialisierung von KI ist, ob das Wachstum der Cloud-Umsätze das Wachstum der Investitionsausgaben übertreffen und so die Kapitalrendite verbessern kann. Zu den wichtigsten Risiken zählen hohe Ölpreise und Zinsen, die die Inflation auf hohem Niveau halten und die Bewertungen unter Druck setzen könnten, sowie eine mögliche Verlangsamung des Cloud-Wachstums.
Qinbafrank warnt außerdem, dass ein möglicher Börsengang von Anthropic institutionelle Gelder aus bestehenden Technologie- und KI-Positionen in IPO-Zeichnungen umlenken könnte. Auf Grundlage des Zeitplans für die regulatorischen Verfahren schätzt er, dass eine Roadshow etwa am 9. November beginnen könnte; das Unternehmen hat dieses Datum jedoch nicht bestätigt. Für Kryptohändler könnte der mögliche Liquiditätsabfluss risikoreiche Anlagen belasten. Im Interview werden zudem Makroliquidität und die Finanzierung im Kryptobereich als relevante Themen angesprochen, ohne bestimmte Token zu nennen.
Bearish
Das Signal am Kryptomarkt ist vorsichtig bärisch. Der Hauptgrund ist, dass in der Diskussion zwei mögliche Belastungsfaktoren für Risikoanlagen hervorgehoben werden: anhaltende, energiegetriebene Inflation und ein möglicher Liquiditätsabfluss im Zusammenhang mit dem Börsengang von Anthropic. Sollten die Ölpreise die Inflation weiterhin hoch halten, könnten die Märkte länger mit höheren Zinsen rechnen. Das könnte die finanziellen Bedingungen verschärfen, den auf spekulative Anlagen angewandten Diskontsatz erhöhen und die Bereitschaft zu gehebelten Krypto-Positionen verringern. Ein großer Börsengang könnte kurzfristig zusätzlichen Druck auslösen, wenn institutionelle Anleger liquide Vermögenswerte – darunter Technologie- und andere Momentum-Positionen – verkaufen, um Zeichnungen zu finanzieren. Krypto kann durch eine breitere Umschichtung von Portfolios und Veränderungen der Risikobereitschaft betroffen sein, auch wenn der Artikel keinen direkten, token-spezifischen Auslöser nennt.
Die Auswirkungen sind nicht eindeutig negativ. Höhere Umsätze mit KI-Cloud-Diensten und eine stärkere Nutzung durch Unternehmen könnten die Wachstumserwartungen und die Risikostimmung stützen, sofern Anleger davon ausgehen, dass der Investitionszyklus tatsächlich Gewinne hervorbringt. In der Vergangenheit haben große Börsengänge und umfangreiche Neuemissionen mitunter dazu geführt, dass Positionen vor der Notierung reduziert wurden. Anschließend stabilisierte sich der Markt oder erholte sich, sobald die für Zuteilungen gebundenen Mittel wieder freigegeben wurden. Die Auswirkungen hängen von der Größe des Geschäfts, der Marktlage und der Nachfrage der Anleger ab. Im Kryptobereich sollten Händler Ölpreise und Anleiherenditen, Zinserwartungen, die allgemeine Marktliquidität sowie die Zu- und Abflüsse bei Risikoanlagen beobachten. Kurzfristig könnten die Vorbereitungen auf den Börsengang und die makroökonomische Unsicherheit die Volatilität erhöhen und die Preise belasten. Langfristig hängt die Wirkung stärker davon ab, ob die Inflation nachlässt und ob KI-Investitionen zu dauerhaften Einnahmen und Produktivitätsgewinnen führen.