Arbitrum friert Vermögenswerte aus dem Binance-Hack im Wert von 30 Millionen Dollar ein; eine DAO-Abstimmung steht noch aus

Am 30. Oktober verschob der Security Council von Arbitrum 8.425 ETH und rund 74,56 Millionen ARB im Wert von etwa 30 Millionen US-Dollar, die mit dem Binance-Hack vom 29. Oktober in Verbindung standen, auf eine Verwahrungsadresse. Unter Berufung auf seine Notfallbefugnisse änderte der Rat den Ethereum-Inbox-Vertrag von Arbitrum vorübergehend, um die Transfers ohne den privaten Schlüssel oder die Signaturen der angegriffenen Wallet auszuführen. Anschließend stellte er den ursprünglichen Code in derselben Ethereum-Transaktion wieder her. Mindestens neun der zwölf Ratsmitglieder stimmten der Maßnahme zu. Arbitrum erklärte, dass andere Nutzer oder Anwendungen davon nicht betroffen waren. Die Vermögenswerte sind weiterhin eingefroren und wurden nicht an Binance zurückgegeben. Für eine Freigabe ist eine separate Abstimmung der ArbitrumDAO erforderlich; ein Zeitplan wurde nicht bekannt gegeben. Dies ist nicht mit der Entschädigung der Binance-Kunden gleichzusetzen: Binance zufolge waren von dem Sicherheitsvorfall rund 6,34 Milliarden US-Dollar betroffen, von denen 2,85 Milliarden eingefroren oder abgefangen wurden. Das Unternehmen erklärte außerdem, 98 Prozent der betroffenen Token ersetzt und ausreichende Mittel zur Deckung der Verluste bereitgestellt zu haben. Das FBI machte die nordkoreanische Operation TraderTraitor für den Diebstahl verantwortlich. Für Händler könnte der Eingriff von Arbitrum das Risiko verringern, dass die identifizierten Vermögenswerte bewegt werden. Er klärt jedoch weder die Eigentumsverhältnisse noch garantiert er eine Rückgewinnung. Das Notfall-Upgrade verdeutlicht zudem die Befugnisse der Arbitrum-Governance. Die nächste Entscheidung der DAO und eine etwaige On-Chain-Übertragung sind daher wichtige Entwicklungen für ARB und das Vertrauen in das Netzwerk.
Neutral
Die direkte Auswirkung auf den ARB-Preis dürfte insgesamt neutral sein. Kurzfristig könnte das Einfrieren der Vermögenswerte einigen Händlern die Sorge nehmen, dass die identifizierten Gelder bewegt werden, während der Eingriff zugleich zeigt, dass das Netzwerk auf einen Sicherheitsvorfall reagieren kann. Die Vermögenswerte wurden jedoch nicht zurückgegeben, eine Wiedererlangung ist nicht garantiert, und die erforderliche Abstimmung in der ArbitrumDAO lässt sowohl den Ausgang als auch den Zeitpunkt offen. Der Einsatz von Befugnissen für ein Notfall-Upgrade könnte zudem eine Debatte über Governance und Kontrolle auslösen und einen möglichen Vertrauensgewinn abschwächen. Langfristig wird die Wirkung auf ARB stärker von der Entscheidung der DAO, der Transparenz einer etwaigen Freigabe und davon abhängen, ob die Nutzer den Eingriff als wirksam und angemessen gesteuert ansehen. Die Erstattungen von Binance an seine Kunden sind davon getrennt zu betrachten und sollten weder als direkte Wiedererlangung der Vermögenswerte noch als Nachfrageimpuls für ARB gewertet werden. Händler könnten Governance-Vorschläge, On-Chain-Transfers, das Handelsvolumen von ARB und die allgemeinen Marktbedingungen beobachten; die Nachricht allein liefert kein klares Signal für die Kursrichtung.