Binance hält 68,7 % der erfassten Krypto-Reserven von Kryptobörsen
Binance hielt am 1. Oktober Kryptoreserven im Wert von rund 165 Milliarden US-Dollar. Das entsprach 68,7 % der insgesamt 240,2 Milliarden US-Dollar, die bei acht großen zentralisierten Börsen erfasst wurden. Im September hatten die Reserven noch 154,3 Milliarden US-Dollar betragen. Der Anstieg war teilweise auf höhere Preise und teilweise auf Einzahlungen zurückzuführen.
Im Laufe des Monats verzeichnete Binance Nettozuflüsse von 25.155 BTC, während die sieben größten Konkurrenten zusammen Abflüsse von rund 3.950 BTC verzeichneten. Bitcoin macht etwa 34 % der Binance-Reserven aus, gefolgt von USDT mit 19 % und BNB mit 16,5 %. Die Börse meldete für wichtige Vermögenswerte Reservequoten von mindestens 100 %, darunter 100,35 % für BTC und 103,88 % für USDT.
Die Zahlen verdeutlichen die Größe von Binance und die anhaltenden Bitcoin-Zuflüsse, schüren aber auch Bedenken hinsichtlich der Konzentration im Kryptobörsensektor. Ein Proof of Reserves liefert eine Momentaufnahme der Vermögenswerte im Verhältnis zu den Kundenguthaben, zeigt jedoch nicht alle Verbindlichkeiten. Händler könnten künftige BTC-Flüsse, das BNB-Engagement von Binance und die Reservequoten beobachten, um Anzeichen für ein verändertes Vertrauen oder Liquiditätsrisiken zu erkennen.
Neutral
Der Bericht ist für den breiteren Kryptomarkt neutral. Der Nettozufluss von 25.155 BTC zu Binance, während sieben große Konkurrenten zusammen Abflüsse verzeichneten, könnte darauf hindeuten, dass Händler ihre Aktivitäten auf der Börse bündeln. Die gemeldeten Reservequoten von mindestens 100 % für wichtige Vermögenswerte könnten Kunden zudem beruhigen und unmittelbare Bedenken hinsichtlich der Deckung von Einlagen verringern.
Zuflüsse zu einer Börse bedeuten jedoch nicht zwangsläufig, dass Anleger kaufen; Coins können zwischen Plattformen oder in eine Verwahrung übertragen werden. Die Zahlen allein belegen daher keine bullische Nachfrage. Auch die Konzentration ist ein Risiko: Binance hält fast 69 % der über acht Börsen hinweg erfassten Reserven. Damit hängt ein großer Teil der Börsenliquidität von einem einzigen Handelsplatz ab. Momentaufnahmen des Proof of Reserves zeigen Vermögenswerte zu einem bestimmten Zeitpunkt, legen aber nicht sämtliche Verbindlichkeiten offen.
Kurzfristig könnten Händler die Daten als moderates Vertrauenssignal werten und zugleich BTC-Zuflüsse, Börsensalden und die Marktliquidität beobachten. Eine Umkehr der Zuflüsse oder sinkende Reservequoten könnten die Bedenken erneut verstärken, während anhaltende Zuflüsse das Vertrauen in Binance festigen könnten. Langfristig kommt es darauf an, ob die Konzentration der Reserven bestehen bleibt und ob unabhängige Berichte ein vollständigeres Bild der Verbindlichkeiten von Börsen liefern. Wie die Proof-of-Reserves-Ankündigungen nach FTX zeigen, kann Transparenz das Vertrauen stärken, beseitigt aber nicht von selbst das Kontrahentenrisiko.