Binance nimmt Auszahlungen nach einem Hack im Wert von 6,3 Milliarden Dollar wieder auf
Binance hat Auszahlungen nach einem Angriff auf eine Hot Wallet am 29. Oktober schrittweise wieder aufgenommen. Dabei sollen über mehrere Netzwerke hinweg Vermögenswerte im Wert von rund 6,3 Milliarden US-Dollar abgeflossen sein. Zuerst wurden Bitcoin-Auszahlungen wieder freigeschaltet. Inzwischen hat Binance auch Auszahlungen von USDC, USDT und ETH auf Ethereum sowie von USDC, USDT und BNB auf der BNB Smart Chain wieder ermöglicht. Die Wiederöffnung umfasst nun 15 Netzwerke. Andere Auszahlungswege werden jedoch weiterhin sicherheitsüberprüft, und eine hohe Nachfrage kann zu Verzögerungen führen.
Binance gibt an, mehr als 6,34 Milliarden US-Dollar an Unternehmensmitteln zur Absicherung der Kundenguthaben bereitgestellt und rund 95 Prozent der betroffenen Vermögenswerte wieder aufgefüllt zu haben. Der verbleibende Fehlbetrag bestehe hauptsächlich aus weniger liquiden Kryptowährungen. Die Kundenguthaben seien vollständig gedeckt, und Nutzer müssten keine Verluste tragen. Nach Angaben der Börse haben Partner gestohlene Vermögenswerte im Wert von rund 3 Milliarden US-Dollar eingefroren oder aufgespürt. Einzahlungen sind weiterhin möglich; Binance arbeitet an einem ausführlichen Bericht zum Vorfall.
Das FBI hat die nordkoreanische Gruppe TraderTraitor für den Angriff verantwortlich gemacht. Binance arbeitet bei den Ermittlungen mit Strafverfolgungsbehörden und Blockchain-Unternehmen zusammen. Die schrittweise Wiederaufnahme der Auszahlungen verbessert den Zugang zu Guthaben. Das gemeldete Ausmaß des Angriffs und die weiterhin geltenden Netzwerkbeschränkungen stellen jedoch Sicherheits- und Liquiditätsrisiken dar, die Händler im Blick behalten sollten.
Neutral
Die schrittweise Wiederaufnahme von Auszahlungen bei Binance ist eine positive operative Entwicklung: Der Zugang zu BTC, ETH, BNB, USDT und USDC verbessert sich, und die Börse erklärt, dass die Kundenguthaben gedeckt seien und die meisten betroffenen Vermögenswerte wieder aufgefüllt worden seien. Diese Zusicherungen könnten unmittelbare Sorgen vor erzwungenen Verkäufen oder davor mindern, dass Nutzer nicht auf ihre Gelder zugreifen können. Der gemeldete Sicherheitsvorfall im Umfang von 6,3 Milliarden US-Dollar, der verbleibende Fehlbestand an Vermögenswerten, verzögerte Auszahlungen und laufende Netzwerkprüfungen sorgen jedoch weiterhin für Unsicherheit. Die Aktualisierungen belegen keine direkte Veränderung des zugrunde liegenden Werts der genannten Kryptowährungen, sodass die wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Preise begrenzt und uneinheitlich sind. Kurzfristig könnten Händler auf die Verfügbarkeit des Dienstes und Sicherheitsmeldungen reagieren; längerfristig dürften die Preise stärker von den allgemeinen Marktbedingungen und dem Vertrauen in die Schutzmaßnahmen der Börse abhängen. Eine neutrale Einstufung bildet das Verhältnis zwischen verbessertem Zugang und fortbestehenden Sicherheitsrisiken am besten ab.