Binance-Hack löst Bitcoin-Ausverkauf aus, während die Risiken rund um die Fed steigen
Der Binance-Hack, bei dem Angreifer innerhalb von etwa 20 Minuten über zehn Blockchains hinweg rund 6,3 Milliarden US-Dollar stahlen, war der größte Marktschock der Woche. Das FBI machte die nordkoreanische Gruppe TraderTraitor für den Angriff verantwortlich. Binance erklärte, die Verluste der Nutzer zu übernehmen, meldete, bis Sonntag seien 95 Prozent gedeckt gewesen, und begann, Auszahlungen wieder freizuschalten. Tether, Circle und andere froren gestohlene Gelder im Wert von rund 3 Milliarden US-Dollar ein.
Bitcoin verlor im Wochenverlauf 3,4 Prozent und fiel zeitweise auf 76.141 US-Dollar. US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten unterdessen wöchentliche Nettoabflüsse von 202,4 Millionen US-Dollar. Bei Ethereum-ETFs beliefen sich die Abflüsse auf 432 Millionen US-Dollar – die fünfte Woche in Folge mit Mittelabzügen. Der Binance-Hack verstärkte die Sorgen um die Sicherheit von Kryptobörsen und die Marktliquidität.
Die Federal Reserve beließ die Zinssätze bei 3,75–4,00 Prozent. Eine gespaltene Abstimmung und anhaltende Inflation ließen die Markterwartungen für eine Zinserhöhung im Dezember jedoch steigen. Bitcoin beendete den Oktober mit einem Minus von rund 7 Prozent und verzeichnete damit zum zweiten Mal in Folge einen Verlust im Oktober. Die Geschäftszahlen von Robinhood und Coinbase machten unterdessen die schwächere Handelsaktivität bei Kryptowährungen und die wachsende Abhängigkeit von Einnahmen aus Prognosemärkten deutlich. Eine separate Chartanalyse von Hyperliquid identifizierte 76,23 US-Dollar als wichtige Unterstützung und 97,22 US-Dollar als Widerstand.
Bearish
Die unmittelbare Marktstimmung ist bearish. Der gemeldete Binance-Hack im Umfang von 6,3 Milliarden US-Dollar schürte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Börsen und des Kontrahentenrisikos. Gleichzeitig fiel Bitcoin auf 76.141 US-Dollar, und Abflüsse aus Krypto-ETFs signalisierten eine schwächere Nachfrage seitens der Anleger. Auch die Erwartung einer möglichen Zinserhöhung im Dezember belastet Risikoanlagen, da sie die potenziellen Kosten für das Halten volatiler Anlagen erhöht. Das Ausmaß des gemeldeten Diebstahls ist außergewöhnlich, doch Binances Zusage, die Verluste zu decken, und das Einfrieren von rund 3 Milliarden US-Dollar trugen dazu bei, den unmittelbaren Schaden zu begrenzen.
Kurzfristig könnten Händler vorsichtig bleiben, Abhebungen von Börsen und die Liquidität beobachten und heftig auf Sicherheitsupdates oder weitere Kursrückgänge reagieren. Das in Galaxys Markteinschätzung genannte Niveau von 76.540 US-Dollar und das Unterstützungsniveau von Hyperliquid bei 76,23 US-Dollar sind wichtige Schwellenwerte im Artikel. Sie beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Vermögenswerte und dürfen nicht verwechselt werden. Ein anhaltender Bruch wichtiger Unterstützungsmarken könnte weitere Verkäufe und Liquidationen auslösen. Eine Erholung, begleitet von wieder aufgenommenen Abhebungen und glaubwürdigen Nachweisen der Reserven, könnte den Druck mindern.
Frühere Ausfälle und Hacks von Börsen, darunter der Zusammenbruch von FTX und der im Artikel erwähnte Diebstahl bei Bybit, haben gezeigt, dass Vertrauensschocks abrupte Verkäufe und Abhebungen auslösen können. Langfristig hängt die Wirkung davon ab, ob Binance stärkere Sicherheitskontrollen und transparente Reserven nachweist und ob die breitere Nachfrage zurückkehrt. Ein einzelner Sicherheitsvorfall bestimmt nicht zwangsläufig die langfristige Marktrichtung, doch wiederholte Vorfälle könnten den Wechsel zu selbstverwahrten Anlagen und einer strengeren Aufsicht beschleunigen. Anhaltende ETF-Abflüsse und Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik würden das Abwärtsrisiko erhöhen.