Der Binance-Hack könnte auf eine Manipulation des Signatursystems zurückzuführen sein
Der Binance-Hack könnte darauf zurückzuführen sein, dass Angreifer die Infrastruktur der Börse zur Transaktionssignierung manipuliert haben, anstatt private Schlüssel zu stehlen, sagte Blockaid-CEO Ido Ben-Natan gegenüber Cointelegraph. Er bezeichnete die Erkenntnis als vorläufig und erklärte, die mutmaßliche Methode ähnele einem „Missbrauch von Schlüsseln“: Ein Signatursystem wird getäuscht oder kompromittiert, sodass es schädliche Transaktionen autorisiert, ohne die zugrunde liegenden Schlüssel offenzulegen.
Laut der On-Chain-Analyse von Blockaid bündelten die Angreifer 50 EIP-7702-Autorisierungen in einer einzigen Transaktion, die auf Binance 14 zielte. Eine Autorisierung stimmte Berichten zufolge mit dem erforderlichen Nonce des Kontos überein und ermöglichte so die Ausführung sowie die Delegierung an einen ungeprüften Vertrag, der Token und Ether abziehen konnte. Binance hat nicht bestätigt, wie es zu dem Vorfall kam. Arkham-CEO Miguel Morel sagte, es gebe nicht genügend Informationen, um festzustellen, ob Schlüssel gestohlen oder die Infrastruktur kompromittiert wurden, und deutete an, dass der Angriff noch andauern könnte. Der Artikel beziffert die Verluste auf mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar.
Ben-Natan verglich den mutmaßlichen Binance-Hack mit dem Angriff auf Bybit im Februar 2025. Damals kompromittierten Angreifer die Zugangsdaten eines Entwicklers und täuschten Wallet-Unterzeichner, damit sie eine schädliche Transaktion genehmigten. Außerdem sagte er, die Aktivitäten wiesen Ähnlichkeiten mit Operationen auf, die nordkoreanischen Hackern zugeschrieben werden, auch wenn dies nicht bestätigt wurde.
Bearish
Der mutmaßliche Binance-Hack belastet die kurzfristige Marktstimmung, da ein gemeldeter Verlust von mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar Sorgen über die Sicherheit der Börse, mögliche weitere Abflüsse und die Möglichkeit schürt, dass der Vorfall noch andauert. Händler könnten darauf reagieren, indem sie ihr Engagement in börsengebundenen Vermögenswerten wie BNB reduzieren, Gelder in die eigene Verwahrung übertragen oder eine Bestätigung des Ausmaßes des Vorfalls abwarten. Die Volatilität und die Risikoprämien könnten an den Kryptomärkten steigen, obwohl der Artikel nicht belegt, dass der Angriff Bitcoin oder das breitere Netzwerk direkt betroffen hat.
Der Vorfall macht auch ein umfassenderes Betriebsrisiko deutlich: Die Signaturinfrastruktur kann kompromittiert werden, selbst wenn keine privaten Schlüssel entwendet werden. Diese Sorge könnte zu einer genaueren Prüfung der Verwahrung und der Wallet-Kontrollen von Börsen führen. Die mutmaßliche Methode wurde mit dem Angriff auf Bybit im Februar 2025 verglichen, bei dem kompromittierte Zugangsdaten und irreführende Transaktionsfreigaben gemeldet wurden. Solche Parallelen können die Vorsicht verstärken, doch die genaue Ursache des Binance-Angriffs und eine mögliche Zuschreibung sind weiterhin unbestätigt. Langfristig hängt die Marktwirkung von Binances Reaktion, der Wiederbeschaffung oder dem Einfrieren der Vermögenswerte und Belegen für etwaige Sicherheitsänderungen ab. Eine transparente Lösung könnte den Druck mindern; anhaltende Unsicherheit oder weitere Verluste würden die pessimistische Marktstimmung wahrscheinlich verlängern.