Abflüsse bei Binance übersteigen 4,72 Milliarden US-Dollar, während sich die Folgen des Hacks ausweiten

Binance meldete kumulierte Nettoabflüsse von 4,72 Milliarden US-Dollar, nachdem das Unternehmen die Auszahlungen am 1. November nach einem gemeldeten Sicherheitsvorfall im Umfang von 6,3 Milliarden US-Dollar wieder aufgenommen hatte. Der Betrag entspricht etwa 2,8 % der ausgewiesenen Vermögenswerte von 171 Milliarden US-Dollar. Binance zufolge beginnen sich die Auszahlungen zu stabilisieren. In den ersten neuneinhalb Stunden wickelte das Unternehmen Auszahlungen im Wert von 4,649 Milliarden US-Dollar ab und nahm Einzahlungen von rund 1,01 Milliarden US-Dollar entgegen. Daraus ergaben sich Nettoabflüsse von 3,64 Milliarden US-Dollar. Bei der später genannten Zahl von 4,72 Milliarden US-Dollar handelt es sich um einen aktualisierten kumulierten Gesamtbetrag, nicht um zusätzliche Auszahlungen. Blockchain-Tracker verzeichneten innerhalb von 24 Stunden Abflüsse von mehr als 5 Milliarden US-Dollar – nach einigen Schätzungen sogar über 6 Milliarden US-Dollar – aus Wallets mit Binance-Kennzeichnung. Solche Daten können interne Transfers enthalten und bestätigen keine Auszahlungen von Kunden. Binance zufolge hat das Unternehmen rund 95 % der betroffenen Vermögenswerte ersetzt. OKX und Bybit verzeichneten Nettozuflüsse von etwa 450 Millionen beziehungsweise 134 Millionen US-Dollar. Aus den Daten geht jedoch nicht hervor, dass die Gelder von Binance stammten. Der Sicherheitsvorfall hat auch die Bewegungen der gestohlenen Gelder in den Fokus gerückt. Der Ermittler SomaXBT sagte, die Angreifer hätten Vermögenswerte im Wert von rund 242 Millionen US-Dollar über das Tron-Netzwerk transferiert. Tether fror etwa 378,7 Millionen US-Dollar in USDT ein. Ermittler verfolgten Transaktionen über Cross-Chain-Dienste wie THORChain, Chainflip und Symbiosis. Das FBI machte die nordkoreanische Gruppe TraderTraitor für den Angriff verantwortlich und forderte Kryptodienste auf, damit verbundene Transaktionen zu blockieren. Für Händler rücken die Abflüsse bei Binance und die Ermittlungen wegen Geldwäsche die Sicherheit und das Vertrauen in Kryptobörsen weiter in den Mittelpunkt. Wallet-Flussdaten allein sind jedoch kein Beweis für eine anhaltende Abwanderung von Kunden.
Bearish
Insgesamt ist das Signal für BNB kurzfristig bearish, auch wenn die Berichte keine direkte Kursbewegung belegen. Die nach einem schwerwiegenden Sicherheitsvorfall gemeldeten großen Abflüsse bei Binance könnten das Vertrauen in die Börse schwächen und Händler dazu veranlassen, ihr Exposure zu reduzieren oder Vermögenswerte von der Plattform abzuziehen. Das könnte den Verkaufsdruck auf BNB erhöhen, falls sich die Bedenken auf das breitere Binance-Ökosystem ausweiten. Die separat gemeldeten Zuflüsse bei OKX und Bybit könnten auf eine veränderte Präferenz für Handelsplätze hindeuten, beweisen jedoch nicht, dass die Gelder von Binance stammen. Es gibt mildernde Faktoren: Binance zufolge stabilisieren sich die Auszahlungen, und etwa 95 % der betroffenen Vermögenswerte seien wieder aufgefüllt worden. Außerdem können Wallet-Tracking-Zahlen interne Überweisungen enthalten und sollten daher nicht als bestätigte Kundenauszahlungen behandelt werden. Die Sperrung durch Tether und die öffentliche Zuordnung durch das FBI könnten dazu beitragen, einen Teil der gestohlenen Gelder zurückzuhalten. Die Bewegungen über verschiedene Blockchains hinweg verdeutlichen jedoch, dass die Sicherheitsrisiken fortbestehen. Langfristig hängt die Wirkung auf BNB davon ab, ob Binance eine wirksame Erholung nachweisen, das Vertrauen der Nutzer bewahren und weitere Sicherheits- oder regulatorische Rückschläge vermeiden kann. Händler sollten bestätigte Börsenflüsse von On-Chain-Kennzeichnungen unterscheiden und die Kursentwicklung von BNB, die Liquidität sowie weitere Mitteilungen beobachten, bevor sie die Abflüsse als anhaltenden Trend einstufen.