Bitcoin-ETFs verzeichnen Abflüsse von 909 Millionen US-Dollar, während die Kryptomärkte abrutschen

US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten innerhalb von zwei Wochen Nettoabflüsse von 909 Millionen US-Dollar – den stärksten Rückgang seit April. Vom 12. bis 16. Oktober wurden rund 228 Millionen US-Dollar abgezogen, nachdem es in der Vorwoche 681 Millionen US-Dollar gewesen waren. Bitcoin fiel unter 82.000 US-Dollar und beendete die Woche bei etwa 81.400 US-Dollar. Am 15. Oktober näherten sich die Liquidationen einer Milliarde US-Dollar, als Bitcoin, Ether und XRP gleichzeitig nachgaben. Trotz der institutionellen Mittelabflüsse führte Charles Schwab den Handel mit Bitcoin und Ether für berechtigte US-Kunden ein. Pro Transaktion wird eine Gebühr von 0,75 % erhoben. Eine separate Überprüfung der OCC ergab, dass alle neun großen US-amerikanischen Nationalbanken Richtlinien haben, die es ihnen erlauben, Dienstleistungen für Kryptounternehmen einzuschränken. In Europa stufte die EBA Circles USDC gemäß MiCA als „bedeutenden“ E-Geld-Token ein. Damit unterliegt der Token ab dem 12. November der direkten Aufsicht. Tethers USDT fällt weiterhin nicht unter diesen Rahmen, während EU-Plattformen drei Monate Zeit haben, ihr Engagement in nicht konformen Stablecoins abzubauen. MSCI könnte die stark in Bitcoin investierten Unternehmen Strategy und Metaplanet aus seinen Indizes entfernen. Eine endgültige Entscheidung wird für den 11. November erwartet; etwaige Änderungen treten nach dem 30. November in Kraft. Auch das Büro des Weißen Hauses für digitale Vermögenswerte verlor seinen letzten Berater, ohne dass ein Nachfolger benannt wurde. Unterdessen haben fünf bei der CFTC registrierte Börsen die Zulassung zur Notierung von Wertpapier-Futures beantragt. Mindestens vier könnten noch vor Jahresende regulierte Perpetual Futures auf Wertpapiere anbieten.
Bearish
Das kurzfristige Marktsignal ist bearish. Zwei Wochen mit Abflüssen in Höhe von 909 Millionen US-Dollar aus US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs deuten auf eine schwächere institutionelle Nachfrage hin. Zugleich zeigen der Rückgang des Bitcoin-Kurses unter 82.000 US-Dollar und umfangreiche Liquidationen, dass gehebelte Positionen den Verkaufsdruck verstärkt haben. Treffen ETF-Rücknahmen und Zwangsliquidationen zusammen, könnten Händler ihr Risiko verringern, Stop-Loss-Marken enger setzen und Long-Positionen meiden, bis sich Kapitalflüsse und Kurse stabilisieren. Dadurch kann die Volatilität steigen, und BTC sowie andere große Token könnten anfällig für weitere Rückgänge werden. Das Bild ist nicht durchweg negativ. Mit der Einführung des Handels mit Bitcoin und Ether durch Schwab erhalten Privatanleger Zugang über eine große Brokerage-Plattform, was die Verbreitung langfristig fördern könnte. Die Anerkennung von USDC durch die EBA könnte außerdem für mehr regulatorische Klarheit bei regelkonformen Stablecoins in Europa sorgen. Der Übergang könnte jedoch kurzfristige Anpassungen an den Börsen auslösen und die Nachfrage zwischen verschiedenen Stablecoins verschieben. Die mögliche Streichung von Strategy und Metaplanet aus MSCI-Indizes stellt ein zusätzliches, eigenständiges Risiko dar: Wenn die Änderungen umgesetzt werden, könnten passive Fonds ihre Aktien verkaufen und damit die Stimmung gegenüber börsennotierten Bitcoin-Haltern belasten. In der Vergangenheit haben Phasen mit ETF-Abflüssen und kaskadenartigen Liquidationen kurzfristige Kursrückgänge oft verstärkt. Für sich genommen belegen sie jedoch keinen dauerhaften Trend. Händler sollten die täglichen ETF-Kapitalflüsse, die Unterstützungsniveaus von BTC, Liquidationsdaten und die allgemeine Risikobereitschaft beobachten. Lassen die Abflüsse nach und stabilisieren sich die Kurse, könnte der Verkaufsdruck abnehmen. Anhaltende Abzüge und eine schwache Unterstützung würden den pessimistischen Ausblick verstärken. Langfristig könnten ein leichterer Zugang über Broker und klarere Regeln die Teilnahme ausweiten. Der Artikel zeigt jedoch noch nicht, dass diese Entwicklungen stark genug sind, um den aktuellen Verkaufsdruck auszugleichen.