Bitcoin-ETFs machen die Verluste vom Oktober wett, während der BTC-Kurs fällt
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch Zuflüsse von rund 525 bis 528 Millionen US-Dollar. Damit stieg die Zuflussserie auf drei Handelstage in Folge. Im Laufe dieses Zeitraums zogen die Fonds etwa 1,07 bis 1,08 Milliarden US-Dollar an, machten die Verluste vom Beginn des Oktobers wett und brachten die monatlichen Nettozuflüsse auf rund 460 Millionen US-Dollar. BlackRocks IBIT und Fidelitys FBTC verzeichneten am Mittwoch die größten Zuflüsse. Seit ihrer Auflegung haben Bitcoin-ETFs kumulierte Nettozuflüsse von 58,4 Milliarden US-Dollar erzielt und halten Nettovermögen von 100,8 Milliarden US-Dollar. Die Nettozuflüsse seit Jahresbeginn wurden mit 1,34 Milliarden US-Dollar angegeben.
Auch Ethereum-ETFs verzeichneten wieder Nettozuflüsse: Sie nahmen 14,9 Millionen US-Dollar ein und beendeten damit fünf Tage in Folge mit Abflüssen. Für Oktober weisen sie jedoch weiterhin ein Minus von rund 1,07 Milliarden US-Dollar auf. Solana- und XRP-ETFs verbuchten geringere Zuflüsse. Trotz der stärkeren ETF-Nachfrage fiel Bitcoin innerhalb von 24 Stunden um 2,4 Prozent auf etwa 81.470 US-Dollar, nachdem der Kurs zuvor kurzzeitig 84.777 US-Dollar erreicht hatte. Ethereum sank um 2,6 Prozent auf rund 2.393 US-Dollar. Der Gesamtwert des Kryptomarkts ging um 2,9 Prozent auf 2,84 Billionen US-Dollar zurück.
Trader auf Myriad beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin vor Ende Oktober über 87.500 US-Dollar steigt, auf 20 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs auf 77.500 US-Dollar sehen sie dagegen bei 35 Prozent. Außerdem beobachten die Trader die Sitzung der Federal Reserve am 27. und 28. Oktober, da die anhaltende Inflation eine weitere Zinserhöhung möglich erscheinen lässt.
Bearish
Das unmittelbare Preissignal für Bitcoin ist bearish: Trotz erheblicher Zuflüsse in Bitcoin-ETFs an drei Handelstagen in Folge fiel BTC innerhalb von 24 Stunden um 2,4 % und gab gegenüber einem zuvor erreichten Hoch nach. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass die ETF-Nachfrage den Verkaufsdruck oder die allgemeine Marktschwäche bislang nicht aufwiegen konnte. Auch die angeführten Quoten am Prognosemarkt weisen eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Rückgang auf 77.500 $ als für einen Anstieg über 87.500 $ aus. Die Unsicherheit rund um die Federal Reserve und die anhaltende Inflation könnten die Händler kurzfristig zusätzlich vorsichtig stimmen.
Auf längere Sicht sind die Zuflüsse ein unterstützender Faktor. Die Nettokäufe über drei Tage machten die ETF-Abflüsse im Oktober wett, und die kumulierten Zuflüsse sowie die verwalteten Vermögenswerte unterstreichen die anhaltende institutionelle Nachfrage. Historisch gesehen können erneute ETF-Käufe die Stimmung stützen, doch Zuflüsse garantieren keine unmittelbaren Kursgewinne. Die Richtung von Bitcoin hängt auch davon ab, ob die Zuflüsse anhalten, wie groß die allgemeine Risikobereitschaft ist und welche Zinserwartungen bestehen. Insgesamt sprechen die aktuelle Kursreaktion und die kurzfristigen Risiken trotz des längerfristigen Nachfragesignals für eine bearish Einschätzung.