Bitcoin fällt unter 83.000 Dollar, während Ölpreise, Renditen und Liquidationen steigen
Bitcoin setzte seinen Rückgang fort, da steigende Ölpreise und Anleiherenditen Risikoanlagen belasteten. Zunächst fiel der Kurs auf 83.596 US-Dollar und sank anschließend auf ein Tief von 82.776,30 US-Dollar. In einem späteren Update notierte Bitcoin bei rund 83.178 US-Dollar und lag damit innerhalb von 24 Stunden 2,76 % im Minus. Brent-Rohöl stieg von über 100 auf mehr als 101 US-Dollar je Barrel, während sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen der Marke von 5,34 % näherte. Auch Aktien und Gold gaben nach, was auf einen breiten makroökonomischen Druck hindeutet. Sorgen um die Versorgung aus dem Nahen Osten, darunter Risiken für die Schifffahrt in der Nähe der Straße von Hormus, sowie die Gefahr eines Sturms im Golf von Mexiko verstärkten die Unsicherheit am Ölmarkt.
Gehebelte Positionen verstärkten den Ausverkauf bei Bitcoin. Im früheren Bericht war von rund 404 Millionen US-Dollar an liquidierten Bitcoin-Long-Positionen innerhalb einer Stunde und insgesamt 555 Millionen US-Dollar an Krypto-Liquidationen binnen 24 Stunden die Rede. Im späteren Update wurde die 24-Stunden-Gesamtsumme auf rund 969 Millionen US-Dollar angehoben, darunter 644,47 Millionen US-Dollar aus Long-Positionen. Höhere Energiepreise könnten die Inflationserwartungen anheizen, die Aussicht auf Zinssenkungen der Federal Reserve schmälern und die Renditen hoch halten – eine Belastung für Bitcoin und andere Risikoanlagen.
Händler beobachten die Unterstützung im Bereich von 82.776 US-Dollar, gefolgt von etwa 81.567 bis 81.166 US-Dollar und der psychologisch wichtigen Marke von 80.000 US-Dollar. Ein Anstieg zurück über 84.762 bis 84.877 US-Dollar könnte den unmittelbaren Abwärtsdruck mindern. Im früheren Update wurden 84.000 bis 85.000 US-Dollar als Erholungszone und 87.000 US-Dollar als Marke genannt, die die kurzfristige Struktur verbessern könnte. Die technischen Signale sind uneinheitlich: Der RSI im Vier-Stunden-Chart lag bei 32,2 und damit nahe am überverkauften Bereich, während der Tages-RSI 52,5 und der ADX 42,8 betrugen. Der 50-Tage-EMA lag weiterhin über dem 200-Tage-EMA. Händler auf Myriad bezifferten die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im Oktober 80.000 US-Dollar erreicht, auf 67 % und die Wahrscheinlichkeit eines Anstiegs auf 87.500 US-Dollar auf 55 %. Ölpreise, Treasury-Renditen, das Protokoll der Federal Reserve und Nachrichten zur Schifffahrt im Nahen Osten bleiben wichtige Einflussfaktoren für Bitcoin.
Bearish
Die kurzfristigen Auswirkungen auf Bitcoin sind bearish. Steigende Ölpreise und Renditen von US-Staatsanleihen schüren die Sorge vor anhaltender Inflation und weniger Zinssenkungen durch die Federal Reserve – Bedingungen, die die Nachfrage nach Risikoanlagen verringern können. Der Kursrückgang löste zudem umfangreiche Liquidationen aus, insbesondere bei gehebelten Long-Positionen. Das kann die Verkäufe beschleunigen und die Volatilität erhöhen. Bitcoin fiel unter 83.000 US-Dollar, und angesichts der genannten Unterstützungsniveaus um 82.776 sowie 81.567–81.166 US-Dollar rückt die Marke von 80.000 US-Dollar in den Fokus. Eine nachhaltige Erholung über etwa 84.800 US-Dollar und später über 87.000 US-Dollar würde dazu beitragen, die unmittelbar negative Einschätzung abzuschwächen.
Es gibt jedoch auch gegenläufige Signale: Der RSI im Vier-Stunden-Chart lag nahe am überverkauften Bereich, und der 50-Tage-EMA blieb über dem 200-Tage-EMA. Damit sind eine kurzfristige Erholung oder die Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends weiterhin möglich. Der Tages-RSI war jedoch neutral und bot keine starke Unterstützung, während der hohe ADX auf einen ausgeprägten Trend hindeutete. Längerfristig hängt die Richtung davon ab, ob der makroökonomische Druck nachlässt und Bitcoin nach dem Abbau der gehebelten Positionen die Unterstützung halten kann. Weitere Ölpreisanstiege oder geopolitische Schocks könnten Renditen und Risikoaversion hoch halten; ruhigere Bedingungen und eine Erholung über die Widerstände könnten Bitcoin stabilisieren.