Optionswette zielt nach den US-Zwischenwahlen auf 90.000 Dollar
Bitcoin-Optionshändler positionieren sich für eine mögliche Rally nach der Wahl, doch die breiteren Marktsignale bleiben uneinheitlich. Auf Derive kaufte ein Händler 800 Bitcoin-(BTC-)Call-Kontrakte mit einem Ausübungspreis von 90.000 US-Dollar und Fälligkeit am 6. November. Der Nominalwert der Position beträgt rund 68 Millionen US-Dollar. Zur teilweisen Finanzierung verkaufte der Händler andere Call-Optionen und erzielte nach Finanzierungskosten netto etwa 940.000 US-Dollar.
Die aus dem Markt abgeleitete Wahrscheinlichkeit auf Derive, dass BTC bis Weihnachten die Marke von 100.000 US-Dollar überschreitet, stieg von 9,7 Prozent eine Woche zuvor auf 12 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass BTC unter 70.000 US-Dollar fällt, sank von 15,6 auf 11 Prozent. Die Options-Skews auf der größeren Börse Deribit zeigten jedoch, dass kurzfristige Puts teurer waren als Calls – ein Hinweis auf die anhaltende Nachfrage nach Absicherung gegen Kursverluste. Bitcoin notierte bei rund 80.000 US-Dollar, während auch die großen Altcoins schwächelten.
Neutral
Die Nachricht ist für den Kryptomarkt insgesamt neutral. Die Position im Wert von 68 Millionen US-Dollar ist eine bemerkenswerte bullische Wette darauf, dass BTC nach den US-Zwischenwahlen über 90.000 US-Dollar steigt; auch die Wahrscheinlichkeiten bei Derive verschoben sich leicht in Richtung höherer Kurse. Es handelt sich jedoch um eine einzelne Optionsposition und nicht um einen Beleg für breite Käufe am Spotmarkt. Die Struktur umfasst auch verkaufte Calls mit anderen Basispreisen und Laufzeiten und sollte daher nicht als ungesicherte Wette auf eine unbegrenzte Rally interpretiert werden.
Andere Indikatoren dämpfen das bullische Signal. Bei Deribit waren Puts am kurzen Ende teurer als Calls, was darauf hindeutet, dass Händler weiterhin für Absicherungen gegen Kursverluste zahlten. Bitcoin notierte nahe 80.000 US-Dollar, und die großen Altcoins bewegten sich kaum; außerdem wies der Artikel auf einen möglichen technischen Abwärtsausbruch bei Ether hin. Kurzfristig könnte der Trade die Aufmerksamkeit auf die Marken von 90.000 und 100.000 US-Dollar lenken und die Optionsvolatilität rund um die Wahl erhöhen, doch eine einzelne große Position bestimmt nicht die Marktrichtung. Wie in früheren Phasen, in denen prominente Optionswetten Aufmerksamkeit erregten, sollten Händler zwischen einer hohen Nominalposition und einer bestätigten Nachfrage an Spotmärkten und Börsen unterscheiden. Längerfristig hängt der Ausblick stärker davon ab, ob BTC einen Ausbruch halten kann, wie sich die allgemeine Risikobereitschaft entwickelt und ob die Positionierung am Optionsmarkt anhält. Die gemischten Signale sprechen für eine neutrale Einschätzung.