Bitcoin nach den US-Zwischenwahlen: Volatilität statt eines anhaltenden Rückgangs

Die Geschichte von Bitcoin nach den US-Zwischenwahlen zeigt keinen einheitlichen Rückgang im Anschluss an die Wahlen. Eine Auswertung der Wahlen von 2010, 2014, 2018 und 2022 ergab stark unterschiedliche kurzfristige Renditen: In den 30 Tagen nach der Wahl 2010 legte BTC um 31,6 % zu, nach der Wahl 2018 fiel der Kurs jedoch um 45,5 %. Den angeführten Daten zufolge notierte Bitcoin ein Jahr nach jeder Wahl höher; die Zuwächse reichten von 23 % nach der Wahl 2014 bis zu 1.580 % nach der Wahl 2010. Nach dem Einbruch von 2018 stieg BTC innerhalb eines Jahres um 45,2 %. Der Analyse zufolge kann wahlbedingte politische Unsicherheit Bitcoin über die Risikobereitschaft beeinflussen – insbesondere, da BTC inzwischen stärker mit US-Aktien und der globalen Liquidität verknüpft ist. Volatilität kann außerdem Zwangsliquidierungen gehebelter Positionen auslösen und Coins von verängstigten oder zum Verkauf gezwungenen Verkäufern zu Käufern verlagern, die zu niedrigeren Preisen Bestände aufbauen. Die spätere Zusammenfassung verweist auch auf Berichte über eine verstärkte Akkumulation durch Großanleger, sogenannte Wale. Diese historischen Zahlen umfassen lediglich vier Wahlen und erlauben keine Vorhersage künftiger Renditen; auch die aktuellen Zinssätze und ETF-Zuflüsse unterscheiden sich von früheren Zyklen.
Neutral
Die Ergebnisse belegen kein verlässliches bullisches oder bärisches Muster für Bitcoin im Umfeld der US-Zwischenwahlen. Die Stichprobe von vier Wahlen zeigt sowohl starke kurzfristige Gewinne als auch steile Verluste. Die positiven Einjahresrenditen in diesen Fällen sind historische Beobachtungen und kein verlässliches Signal für künftige Handelsentscheidungen. Kurzfristig kann die Unsicherheit rund um die Wahl die Volatilität erhöhen, wenn Händler auf politische Erwartungen und Veränderungen der Risikobereitschaft reagieren. Zwangsliquidationen gehebelter Positionen können Kursbewegungen in beide Richtungen verstärken. Berichte über eine Akkumulation durch große Bitcoin-Inhaber könnten eine gewisse Unterstützung bieten, bestätigen für sich genommen jedoch keine anhaltende Nachfrage. Langfristig bedeutet Bitcoins Sensibilität gegenüber den Aktienmärkten und der globalen Liquidität, dass Zinssätze, ETF-Zuflüsse und die allgemeineren makroökonomischen Bedingungen wichtiger sein könnten als der Wahlkalender. Diese Faktoren sprechen für eine neutrale Einstufung statt für eine Prognose der Kursrichtung.