Gewinnmitnahmen bei Bitcoin und ETF-Abflüsse sorgen für einen Rücksetzer von 5 %

Bitcoin-Halter realisierten am 8. Oktober Gewinne von rund 1,03 Milliarden US-Dollar. Nach dem Anstieg des Bitcoin-Kurses über 87.000 US-Dollar war dies der zweithöchste Tageswert des Jahres 2026. Kurzfristige Halter trugen einen großen Teil der Gewinnmitnahmen, und einige ihrer Coins flossen an Börsen. Anschließend fiel Bitcoin um etwa 5 Prozent und wurde in der folgenden Woche bei rund 80.300 bis 82.500 US-Dollar gehandelt. Händler beobachten 83.000 US-Dollar als wichtige Marke. Ein nachhaltiger Wiederanstieg über dieses Niveau könnte die jüngsten Höchststände wieder in den Fokus rücken. Die On-Chain-Daten deuten eher auf Gewinnmitnahmen als auf bestätigte Panikverkäufe hin: Die realisierten Gewinne überstiegen die Verluste, obwohl die nicht realisierte Gewinnmarge kurzfristiger Halter 33 Prozent erreichte – den höchsten Stand seit Ende 2024. Krypto-Positionen im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar wurden liquidiert, überwiegend gehebelte Long-Positionen. US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten im Oktober zudem Nettoabflüsse von rund 410 Millionen US-Dollar, darunter 487 Millionen am Mittwoch und 244 Millionen am Donnerstag. Das erhöhte den kurzfristigen Verkaufsdruck. Eine mit der US-Regierung verbundene Wallet transferierte am 8. Oktober 12.267 BTC im Wert von rund 1,01 Milliarden US-Dollar. Der Transfer bestätigt jedoch keinen Verkauf. Als Gegengewicht sanken die Bitcoin-Reserven von Binance zwischen dem 21. September und dem 9. Oktober um 40.689 BTC beziehungsweise 5,77 Prozent. Dadurch könnte das unmittelbar verfügbare Verkaufsangebot zurückgegangen sein. Händler beobachten die Börsenflüsse, die Gewinnmargen kurzfristiger Halter, die ETF-Nachfrage und die Frage, ob Bitcoin seine jüngste Handelsspanne halten und die Marke von 83.000 US-Dollar zurückerobern kann.
Bearish
Das kurzfristige Signal für Bitcoin ist bearish: Auf den Rückgang um rund 5 Prozent folgte eine große Welle realisierter Gewinne, Coins kurzfristiger Halter flossen an Börsen, bei Spot-Bitcoin-ETFs kam es zu erheblichen Abflüssen, und Positionen im Wert von mehr als 1 Milliarde US-Dollar – überwiegend gehebelte Long-Positionen – wurden liquidiert. Diese Faktoren können das zum Verkauf verfügbare Angebot erhöhen und Händler dazu veranlassen, ihr Risiko zu reduzieren. Gelingt es Bitcoin nicht, die beobachtete Marke von 83.000 US-Dollar zurückzuerobern, könnte der Kurs weiterem Abwärtsdruck ausgesetzt sein. Ein Fall unter die jüngste Spanne von 80.300 bis 82.500 US-Dollar würde die Sorgen verstärken. Die Belege weisen nicht auf eine anhaltende Trendwende hin. Die realisierten Gewinne überstiegen die Verluste, die Übertragung aus der mit der Regierung verbundenen Wallet bestätigt keinen Verkauf, und die sinkenden BTC-Reserven von Binance könnten das kurzfristig verfügbare Angebot begrenzen. Diese Faktoren könnten Bitcoin stabilisieren, falls der Verkaufsdruck nachlässt. Längerfristig hängt die Kursentwicklung davon ab, ob sich die ETF-Nachfrage erholt, die Zuflüsse an die Börsen zurückgehen und Bitcoin wichtige Unterstützungsniveaus hält. Somit ist die unmittelbare Risikobalance bearish, doch die verfügbaren Daten schließen weder eine Konsolidierung noch eine Erholung aus.