Das Suchinteresse an Bitcoin erreicht den niedrigsten Stand seit fünf Jahren, während Robinhoods Kryptoumsätze sinken
Das Suchinteresse an Bitcoin ist Berichten zufolge auf ein Fünfjahrestief gefallen, während BTC bei rund 81.000 US-Dollar gehandelt wurde. Dadurch stellen sich erneut Fragen zur Beteiligung von Privatanlegern. Google Trends verzeichnete für die Woche vom 18. bis 24. Oktober weltweit einen Wert von 20. Google weist jedoch darauf hin, dass der Index das relative Suchinteresse misst, nicht das tatsächliche Suchvolumen oder die Stimmung der Anleger.
Robinhood meldete für das dritte Quartal Kryptoumsätze in Höhe von 120 Millionen US-Dollar, 55 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Handelsvolumen mit Kryptowährungen sank im Jahresvergleich um 38 Prozent auf rund 50 Milliarden US-Dollar, stieg gegenüber dem Vorquartal jedoch um 23 Prozent. Die Ergebnisse beziehen sich auf das am 30. September beendete Quartal und messen daher nicht direkt die Aktivitäten während des späteren Rückgangs des Suchinteresses.
Andere Indikatoren zeichnen ein gemischtes Bild. Darkfost, Analyst bei CryptoQuant, erklärte, dass Bitcoin-Einzahlungen in einer für Privatanleger typischen Größenordnung bei Binance ein Sechsmonatshoch erreicht hätten. Die kumulierten Zuflüsse über 30 Tage stiegen dabei von etwa 5,5 Milliarden auf 10,75 Milliarden US-Dollar. Galaxy Research konnte dagegen die Eigentümer von rund 11,1 Millionen BTC beziehungsweise 55 Prozent des Angebots nicht zuordnen. Die Daten zeigen daher nicht, wie viele Coins Privatanlegern gehören.
Insgesamt deuten die Zahlen auf ein nachlassendes öffentliches Interesse hin, bestätigen aber keinen breiten Rückzug von Privatanlegern. Suchdaten, Einzahlungen bei Börsen und Unternehmensgewinne erfassen unterschiedliche Aktivitäten und sollten nicht als direkte Messgrößen für die Bitcoin-Nachfrage behandelt werden.
Neutral
Die Signale sind uneinheitlich, weshalb eine neutrale Einschätzung am angemessensten ist. Das auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesunkene Suchinteresse an Bitcoin und der jährliche Rückgang der Kryptoerlöse von Robinhood um 55 Prozent deuten auf ein nachlassendes Interesse von Kleinanlegern hin und könnten die Stimmung kurzfristig belasten. Google Trends ist jedoch ein relatives Maß, keine Zählung von Anlegern und kein direktes Maß für Kauf- und Verkaufsaktivitäten. Die Zahlen von Robinhood beziehen sich auf ein Quartal, das am 30. September endete, und erfassen daher nicht die späteren Marktbedingungen, die im Artikel beschrieben werden.
Der gemeldete Anstieg von BTC-Einzahlungen in einer für Kleinanleger typischen Größenordnung bei Binance könnte auf eine höhere Bereitschaft zum Handel oder Verkauf hindeuten. Händler könnten dies als kurzfristiges Angebotsrisiko betrachten. Zuflüsse zu einer Börse allein beweisen jedoch nicht, dass die Coins verkauft wurden. Ebenso bedeutet die Unfähigkeit von Galaxy Research, 55 Prozent des Bitcoin-Angebots bestimmten Eigentümern zuzuordnen, dass sich das Ausmaß der Beteiligung oder des Ausstiegs von Kleinanlegern anhand der Eigentumsdaten nicht verifizieren lässt.
Historisch gesehen gingen Phasen mit geringem Suchinteresse mitunter mit lokalen Kurstiefs einher, wie der Händler Crypto Kaleo für September 2023 und September 2024 anmerkte. Dieser Vergleich ist ein Hinweis, keine Prognose: Das Suchinteresse kann den Kursbewegungen hinterherhinken, und Kurstiefs müssen durch Faktoren wie die Spotnachfrage, die Liquidität, Börsenflüsse und die allgemeine Risikobereitschaft bestätigt werden. Kurzfristig könnten diese Schlagzeilen die Vorsicht und die Volatilität verstärken, sie begründen jedoch keinen klaren Impuls für eine bestimmte Richtung. Langfristig wären anhaltende Veränderungen der tatsächlichen Spotflüsse und der Anlegerbestände aussagekräftiger als Suchdaten oder ein einzelner Quartalsbericht.