Bitcoin bleibt stabil, während die restriktive Fed die Volatilität unverändert lässt
Bitcoin reagierte kaum, nachdem die Federal Reserve ihren Leitzins bei einer Abstimmung mit 10 zu 2 Stimmen am 28. Oktober bei 3,75 bis 4 % belassen hatte. Zwei Entscheidungsträger sprachen sich für eine Erhöhung um 25 Basispunkte aus. Die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember stieg von 78,3 % am Vortag auf 82,6 %.
Bitcoin notierte um 16:45 Uhr US-Ostküstenzeit bei 81.027 US-Dollar und damit 0,33 % über dem Stand unmittelbar vor der Fed-Erklärung. Ether legte um 0,35 % auf 2.351 US-Dollar zu. Der 30-Tage-Index für die implizite Bitcoin-Volatilität von Deribit, DVOL, schloss nach einer engen Handelsspanne mit 37,58 nahe seinem Niveau vor der Bekanntgabe. Auch die Finanzierungssätze für Perpetual Futures gingen zurück.
Die Daten deuten darauf hin, dass Händler trotz der restriktiven Signale der Fed und der erhöhten Inflation kurzfristig nur einen begrenzten Bedarf sahen, sich gegen starke Kursbewegungen abzusichern. Der Bitcoin-Kurs und die implizite Volatilität blieben weitgehend stabil. Die höhere Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember macht die Zinspolitik jedoch zu einer möglichen Quelle kurzfristiger Marktvolatilität.
Neutral
Die Marktwirkung ist neutral, da die unmittelbare Reaktion bei Preisen und Volatilität begrenzt ausfiel. Bitcoin stieg nach der Ankündigung der Fed lediglich um 0,33 %, während Deribits DVOL mit 37,58 nahezu unverändert schloss. Auch Ether verzeichnete nur einen moderaten Zuwachs, und die Finanzierungssätze für Bitcoin-Perpetuals gingen zurück. Es gibt somit kaum Hinweise auf eine starke Veränderung der Positionierung.
Der geldpolitische Hintergrund stellt für den Kryptomarkt dennoch ein Risiko dar. Die Fed beließ die Zinsen bei 3,75 % bis 4 %, doch zwei Mitglieder des geldpolitischen Entscheidungsgremiums sprachen sich für eine Anhebung aus, und die vom Markt implizierte Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Dezember stieg auf 82,6 %. Höhere Zinsen können Risikoanlagen belasten, indem sie die Finanzierungsbedingungen verschärfen und die Nachfrage nach spekulativen Anlagen verringern. Die erhöhte Inflation und der restriktive Ton der Fed könnten daher das Aufwärtspotenzial begrenzen oder neue Volatilität auslösen, falls kommende Daten die Argumente für eine weitere Straffung stärken.
Kurzfristig deuten die enge Handelsspanne und der stabile DVOL darauf hin, dass die Händler die Entscheidung weitgehend bereits verarbeitet hatten, statt Bitcoin-Optionen übereilt neu zu bewerten. Das steht im Gegensatz zur gemeldeten Reaktion im Juni, als Bitcoin nach einem restriktiven Zinsbeschluss bei Kevin Warshs erster Sitzung als Vorsitzender fiel. Der Unterschied verdeutlicht, dass Marktpositionierung und Erwartungen ebenso wichtig sein können wie die geldpolitische Entscheidung selbst.
Längerfristig bleiben der Zinskurs, die Inflation und die Liquidität wichtige Einflussfaktoren für Bitcoin und andere Krypto-Assets. Eine Zinserhöhung im Dezember könnte zusätzlichen Druck ausüben, wenn sie die Märkte überrascht oder einen restriktiveren Kurs signalisiert. Ist sie bereits eingepreist, könnte die Wirkung begrenzt sein. Die aktuellen Anzeichen sprechen für eine neutrale Einschätzung. Angesichts der erhöhten Unsicherheit in der Geldpolitik sollten jedoch die anstehenden Wirtschaftsdaten, Zinserwartungen, Spotpreise und die Volatilität von Optionen aufmerksam beobachtet werden.