Bitget startet ein offenes Verwahrungsnetzwerk für den institutionellen Handel
Bitget hat sein Open Custody Network (OCN) gestartet. Damit können berechtigte Institutionen auf den Spot-, Margin- und Futures-Märkten von Bitget handeln, während ihre Vermögenswerte bei unabhängigen Banken und institutionellen Verwahrstellen verbleiben. Durch das Asset Mirroring werden extern verwahrte Sicherheiten mit der Handelsinfrastruktur von Bitget verknüpft, ohne dass sie in die Verwahrung der Börse übertragen werden müssen.
Das Netzwerk richtet sich an Market Maker, Vermögensverwalter und andere Institutionen, die flexible Verwahrmöglichkeiten, ein geringeres Konzentrationsrisiko bei der Verwahrung und Zugang zur Liquidität der Börse suchen. Bitget zufolge baut der Dienst auf Vereinbarungen mit Copper, Cactus Custody, Fireblocks, OSL und Sygnum Bank auf. Verfügbare Märkte und Abwicklungsbedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter. Angaben zur Nutzung wurden nicht veröffentlicht.
Der Start folgt auf die Sicherheitsverletzung bei Bitget im September. Laut der Börse verursachte sie Verluste in Höhe von 387,5 Millionen US-Dollar; die Kundenguthaben blieben unverändert, und der Schutzfonds werde die Verluste abdecken. Eine im Oktober veröffentlichte Reserveauskunft wies für die erfassten Vermögenswerte eine Gesamtreservequote von 115 Prozent aus. OCN könnte den Zugang von Institutionen zu Bitget erweitern; die Wirkung hängt jedoch von den Anbieterbedingungen und der Nutzung ab.
Neutral
Der Start ist für Bitget strategisch relevant, weil er Institutionen den Zugang zu den Spot-, Margin- und Futures-Märkten der Börse erleichtern könnte, ohne dass sie Vermögenswerte in die Verwahrung der Börse übertragen müssen. Wenn die Nutzung zunimmt, könnte eine stärkere institutionelle Aktivität die Handelsvolumina stützen und das Vertrauen in die flexible Verwahrung von Bitget stärken. Die Ankündigung enthält jedoch keine Angaben zur Nutzung, und Märkte sowie Abwicklungsbedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter. Daher ist das Ausmaß eines möglichen Nutzens ungewiss.
Der Sicherheitsvorfall im September und der offengelegte Verlust von 387,5 Millionen US-Dollar könnten Händler weiterhin beunruhigen, obwohl Bitget erklärt hat, dass die Kundenguthaben unverändert geblieben seien und der Schutzfonds die Verluste decken werde. Die Reservequote von 115 % im Oktober liefert zusätzlichen Kontext, belegt für sich genommen jedoch keine künftige Nachfrage nach einem Bitget-bezogenen Vermögenswert. Da die Berichte keine bestimmte Kryptowährung nennen, deren Kurs direkt betroffen ist, ist die Nachricht eher neutral einzuschätzen als als klarer kurzfristiger bullischer oder bärischer Impuls. Die langfristige Stimmung könnte sich verbessern, wenn OCN institutionelle Akzeptanz findet und Bitget das Vertrauen in seine Sicherheit und Reserven bewahrt.