Ein Yen-Schock der Bank of Japan könnte Bitcoin durch Zwangsverkäufe unter Druck setzen
Duke Waldrop, Leiter der Asienmärkte bei UTXO Management, warnte, dass eine überraschende Zinsänderung der Bank of Japan (BOJ) oder eine Neubewertung des Yen einen Liquiditätsschock für Bitcoin auslösen könnte. Makrofonds mit auf Yen lautenden Verbindlichkeiten müssten möglicherweise liquide Vermögenswerte verkaufen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Da Bitcoin rund um die Uhr gehandelt wird, könnte die Kryptowährung früh als Quelle für Barmittel dienen. Am Wochenende fiel Bitcoin auf 79.000 US-Dollar, während Händler auf Zinsentscheidungen sowohl der BOJ als auch der US-Notenbank Federal Reserve warteten. Waldrop sprach auch über Metaplanet, dessen Aktie seiner Aussage nach unter dem Wert der Bitcoin-Bestände des Unternehmens gehandelt wurde. Er argumentierte, dass die Bitcoin-Menge je Aktie eine wichtige Kennzahl sei und ein möglicher Ausschluss aus den MSCI-Indizes am 30. November nichts an den Fundamentaldaten des Unternehmens ändern würde. Die Aussagen beschreiben ein potenzielles Marktrisiko, keine bestätigte Maßnahme der BOJ und keine Prognose, dass Bitcoin mit Sicherheit verkauft wird.
Bearish
Der kurzfristige Ausblick für Bitcoin ist bearish, weil Waldrop einen plausiblen Mechanismus für erzwungene Verkäufe beschreibt: Steigen die Finanzierungskosten in Yen oder wertet der Yen stark auf, könnten fremdfinanzierte Makrofonds mit Verbindlichkeiten in Yen liquide Vermögenswerte verkaufen, um ihr Engagement zu reduzieren. Bitcoin wird rund um die Uhr gehandelt und könnte daher unter Verkaufsdruck geraten, bevor die traditionellen Märkte wieder öffnen. Bitcoin war am Wochenende bereits auf 79.000 US-Dollar gefallen, während die Zinsentscheidungen der BOJ und der Federal Reserve näher rückten. Diese Konstellation kann die Volatilität erhöhen und Händler dazu bewegen, ihre Verschuldung abzubauen oder sich gegen Abwärtsrisiken abzusichern.
Das Risiko bleibt jedoch an Bedingungen geknüpft. Der Artikel sagt weder, dass die BOJ ihre Politik geändert hat, noch, dass Fonds bereits mit dem Verkauf von Bitcoin begonnen haben. Eine rechtzeitig und klar kommunizierte geldpolitische Entscheidung, stabile Devisenmärkte oder eine unterstützende Risikobereitschaft könnten die Auswirkungen begrenzen. Ähnliche Auflösungen von Yen-Carry-Trades haben tendenziell risikoreiche Anlagen belastet, wenn Anleger fremdfinanzierte Positionen abbauten. Ausmaß und Dauer der Auswirkungen hängen jedoch von der Positionierung und der Marktliquidität ab. Langfristig liefert das Interview keine neuen Hinweise auf eine Veränderung der fundamentalen Faktoren von Bitcoin. Die Diskussion über Metaplanet betrifft die Bewertung des Unternehmens und seine Aussichten auf eine Aufnahme in Indizes, nicht eine direkte Veränderung des Bitcoin-Angebots oder -Netzwerks. Die bearish eingestufte Einschätzung spiegelt daher kurzfristige Liquiditäts- und Volatilitätsrisiken wider, nicht eine definitive langfristig negative Prognose.