CFTC schlägt Bundesregeln für den gehebelten Handel mit Kryptowährungen vor
Die US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat einen bundesweiten Rahmen für den gehebelten Kryptohandel durch Privatkunden vorgeschlagen. Der Vorsitzende Michael S. Selig stellte die Vorschläge am 5. Oktober auf einem Symposium zur Blockchain-Regulierung in New York vor.
Der Rahmen umfasst die Regulation Crypto Asset Transactions und die Regulation Crypto Asset Markets. Geeignete Börsen könnten sich als Crypto Asset Markets (CAMs) registrieren lassen, während bereits bei der CFTC registrierte Derivatebörsen gehebelte Kryptoprodukte anbieten könnten. Plattformen könnten unter staatlichen Lizenzen weiterarbeiten, sofern ihre Geschäftsmodelle die Voraussetzungen erfüllen. Der Vorschlag würde daher nicht sofort eine bundesweite Registrierung aller Kryptobörsen verlangen.
Die von der CFTC vorgeschlagene Struktur mit drei Stufen würde gewöhnliche Spotbörsen weiterhin weitgehend den einzelstaatlichen Regeln für Geldtransfers unterstellen. Plattformen, die Privatkunden Marginhandel sowie finanzierte oder gehebelte Kryptogeschäfte anbieten, müssten zusätzliche bundesrechtliche Anforderungen erfüllen. Derivatehandelsplätze, einschließlich solcher mit Perpetual-Kontrakten, blieben in der höchsten Regulierungsstufe.
CAMs könnten verpflichtet werden, Marktüberwachung, finanzielle Schutzmaßnahmen, den Schutz von Kundengeldern und möglicherweise einen Nachweis der Reserven einzuführen. Futures Commission Merchants würden Kundenkonten und Kundengelder verwalten und dadurch Pflichten zur Bekämpfung von Geldwäsche, zur Kundenidentifizierung und zum Verbraucherschutz übernehmen. Vermögenswerte, die innerhalb von 28 Tagen auf eine externe Wallet übertragen werden, könnten nach dem Vorschlag als „tatsächliche Lieferung“ gelten.
Die CFTC erklärte, dass der Rahmen für den gehebelten Kryptohandel kein vollständiges bundesweites Regelwerk für den Kryptomarkt darstellt. Der Kongress müsste noch die Befugnis erteilen, eine verpflichtende bundesweite Registrierung für den gesamten Spotmarkt vorzuschreiben. Stellungnahmen der Öffentlichkeit werden erbeten. Für Händler könnte der Vorschlag im Laufe der Zeit für mehr regulatorische Klarheit und Marktzugang sorgen; die Handelsregeln im gesamten US-Markt ändern sich dadurch jedoch nicht sofort.
Neutral
Die unmittelbare Preisauswirkung dürfte neutral sein, da der Vorschlag der CFTC die Handelsregeln noch nicht ändert, nicht alle Spotbörsen zu einer bundesweiten Registrierung zwingt und keine landesweit verbindlichen Hebelanforderungen schafft. Händler könnten die Ankündigung zunächst eher als ein Ereignis der politischen und regulatorischen Entwicklung denn als direkten Katalysator für Angebot, Nachfrage oder Liquidität einer bestimmten Kryptowährung betrachten.
Kurzfristig könnten Unsicherheiten hinsichtlich des Konsultationsverfahrens, der Zustimmung des Kongresses und der Compliance-Kosten die Risikobereitschaft US-amerikanischer Plattformen begrenzen. Einige Börsen könnten neue gehebelte Produkte zudem zurückstellen, bis die Regeln klarer sind. Langfristig könnte der Rahmen jedoch die regulatorische Fragmentierung verringern und das Vertrauen in regelkonforme Handelsplätze stärken. Klarere Vorschriften für den Marginhandel, Kundengelder, Überwachung und die Selbstverwahrung könnten die institutionelle Beteiligung und die Marktstabilität fördern. Ein möglicher Preisvorteil würde sich jedoch wahrscheinlich allmählich und breit angelegt zeigen, statt an eine bestimmte Coin gebunden zu sein. Historisch reagieren Kryptomärkte auf regulatorische Vorschläge anfangs häufig volatil; nachhaltige Preiseffekte hängen jedoch meist von Durchsetzung, Umsetzung und den direkt betroffenen Vermögenswerten ab.