China beantragt die Einziehung von 61.896 BTC in einem Streit im Vereinigten Königreich
Chinesische Staatsanwälte beantragen die Einziehung von 61.896,41552945 BTC und weiteren Vermögenswerten, die Qian Zhimin zugerechnet werden. Der Fall betrifft einen mutmaßlichen Anlagebetrug. Ein Gericht in Tianjin nahm den Antrag am 28. September an und veröffentlichte am 13. Oktober eine sechsmonatige öffentliche Bekanntmachung. Die BTC, die derzeit rund 5 Milliarden US-Dollar wert sind, werden im Vereinigten Königreich gehalten; in den Artikeln wird kein unmittelbarer Verkauf der Coins erwähnt.
Laut den Staatsanwälten nahm Qians Unternehmen von 2014 bis 2017 durch nicht genehmigte Anlageprodukte mehr als 40,378 Milliarden Yuan ein. Dadurch seien bei über 102.000 Anlegern Verluste von rund 19,977 Milliarden Yuan entstanden. Qian floh ins Vereinigte Königreich und wurde dort später wegen Erwerbs und Besitzes von Vermögen aus Straftaten verurteilt. Die chinesischen Behörden betreiben das Einziehungsverfahren in ihrer Abwesenheit, während die Opfer versuchen, für eine Entschädigung Zugang zu den eingefrorenen Vermögenswerten zu erhalten. Einige andere beschlagnahmte Kryptowährungen sollen in Fiatgeld umgewandelt und auf verzinslichen Konten angelegt worden sein; über eine Umwandlung dieser BTC wurde jedoch nicht berichtet.
Ein Urteil des High Court in England stellte fest, dass Ansprüche auf die BTC nach chinesischem Recht zu beurteilen sind, ohne zu entscheiden, ob die Anleger Eigentümer der Coins sind. Eine Berufung ist weiterhin möglich. Eine chinesische Einziehungsanordnung würde im Vereinigten Königreich nicht automatisch wirksam, sodass das Schicksal der BTC von weiteren Gerichtsverfahren und grenzüberschreitender Zusammenarbeit abhängt. Der Fall dürfte keinen breiten oder unmittelbaren Verkaufsdruck auslösen. Wegen des Umfangs der BTC-Bestände könnte jedoch jede bestätigte Übertragung oder Veräußerung die Aufmerksamkeit von Händlern auf sich ziehen.
Neutral
Die unmittelbare Auswirkung auf den BTC-Preis ist neutral, da die Berichte einen rechtlichen Antrag und einen laufenden grenzüberschreitenden Rechtsstreit betreffen, nicht aber einen sofortigen Verkauf oder eine Übertragung. Kurzfristig könnte der Bestand von rund 61.896 BTC Aufmerksamkeit erregen und Sorgen über ein mögliches künftiges Überangebot auslösen. Die Unsicherheit hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse, der Berufungsverfahren und der Durchsetzung in Großbritannien macht jedoch unklar, wann und mit welcher Wahrscheinlichkeit es zu einer Veräußerung am Markt kommen könnte. Händler könnten auf bestätigte Entwicklungen reagieren, doch allein juristische Schlagzeilen belegen nicht, dass BTC auf den Markt gelangen wird. Langfristig könnten eine gerichtlich genehmigte Übertragung oder Liquidation den Verkaufsdruck erhöhen, während eine Verzögerung oder eine Lösung, bei der die Coins eingefroren bleiben, dieses Risiko begrenzen würde. Solange es keine Belege für eine Bewegung oder einen Verkauf gibt, dürfte der Fall den breiteren BTC-Preistrend oder die Marktstabilität nicht wesentlich beeinflussen.