Klage gegen WLFI rückt Deals in den VAE und USD1 ins Visier

World Liberty Financial (WLFI), das mit der Trump-Familie verbundene Kryptounternehmen, sieht sich einer Klage gegenüber, die der Circle-Aktionär J. Benjamin Greenberg im Namen von Circle eingereicht hat. In der Klageschrift wird behauptet, zwei Geschäfte mit Beteiligung von Unternehmen, die mit dem emiratischen Amtsträger Tahnoon bin Zayed Al Nahyan verbunden sind, hätten gegen die Foreign Emoluments Clause der US-Verfassung verstoßen und Circles Geschäft geschadet. Die Vorwürfe sind nicht bewiesen, und Circle erklärt, das Unternehmen habe den Fall weder eingeleitet noch gesteuert; WLFI bezeichnete ihn als unbegründet. Die Klage betrifft den für Januar 2025 gemeldeten Kauf einer 49-prozentigen Beteiligung an WLFI durch das Unternehmen Aryam Investment 1 aus Abu Dhabi für 500 Millionen US-Dollar sowie die Investition des Abu-Dhabi-Fonds MGX in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar in Binance, die mit WLFI-Stablecoin USD1 abgewickelt wurde. Der Aktionär argumentiert, ausländisch verbundenes Kapital habe USD1 dabei geholfen, mit Circles USDC zu konkurrieren. Die Transaktionen allein belegen jedoch nicht, dass Circle Geschäft verloren oder einen Schaden erlitten hat. Eine wichtige frühe Frage ist, ob Greenberg die Klage im Namen von Circle erheben darf. Unabhängig davon hat das US Office of the Comptroller of the Currency World Liberty Trust Company eine vorläufige, bedingte Genehmigung für eine nationale Trustbanklizenz erteilt. Die Genehmigung ist noch nicht endgültig, und die Aufsichtsbehörde erklärte, Bedenken wegen ausländischer Zuwendungen und Interessenkonflikten hätten nicht zum Umfang ihrer Prüfung gehört. Die Klage erhöht die rechtliche und regulatorische Aufmerksamkeit für WLFI und USD1, doch die unmittelbaren Auswirkungen auf den Markt sind ungewiss. Händler könnten die Entwicklungen vor Gericht, die endgültige Entscheidung über die Banklizenz sowie mögliche Veränderungen bei der Nutzung von USD1 oder beim Vertrauen in Stablecoins beobachten.
Neutral
Die Auswirkungen auf den Markt für USD1 sind derzeit am besten als neutral einzuschätzen. In der Klage wird behauptet, dass Transaktionen mit Bezug zu den Vereinigten Arabischen Emiraten USD1 dabei geholfen hätten, mit USDC zu konkurrieren. Die Vorwürfe sind jedoch nicht bewiesen, Circle hat sich von dem Verfahren distanziert, und die Transaktionen allein belegen weder einen finanziellen Schaden noch rechtswidriges Verhalten. Kurzfristig könnten die Schlagzeilen die Unsicherheit erhöhen und Händler dazu veranlassen, die Verbreitung von USD1, das Vertrauen in die Einlösung und die Liquidität zu beobachten. Ein direkter Preisschock ist jedoch nicht belegt, und USD1 ist darauf ausgelegt, einen stabilen Wert zu halten. Längerfristig könnten Gerichtsurteile oder regulatorische Maßnahmen das Vertrauen in USD1 und dessen Nutzung beeinflussen, während eine Klageabweisung oder für WLFI günstige Ergebnisse die Bedenken mindern könnten. Die bedingte Genehmigung einer Banklizenz ist eine separate Entwicklung und noch nicht endgültig. Händler könnten daher weiterhin die rechtliche und regulatorische Unsicherheit einpreisen, statt von einem klaren richtungsweisenden Impuls auszugehen.