Der Ausverkauf der CoreWeave-Aktie verdeutlicht die Schuldenrisiken der KI-Infrastruktur
Die Aktie von CoreWeave (CRWV) verlor Mitte Oktober an einem Tag mehr als 15 % und im Wochenverlauf fast 25 %, da Anleger die schuldenfinanzierte Expansion des KI-Cloud-Anbieters infrage stellten. Das Unternehmen meldete zum 30. Juni Verbindlichkeiten in Höhe von 35,6 Milliarden US-Dollar; umfassendere Schätzungen beziffern das Fremdkapitalrisiko auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Die Renditen der 2030 bis 2032 fälligen Anleihen stiegen auf etwa 15 bis 16 %, und die Spreads von Credit Default Swaps überschritten 1.000 Basispunkte. Das signalisiert wachsende Sorgen hinsichtlich des Kreditrisikos und der Refinanzierungskosten. Höhere Marktrenditen erhöhen nicht unmittelbar die Zahlungen für bestehende festverzinsliche Schulden, könnten künftige Kredite aber verteuern. CoreWeave rechnet für 2026 außerdem mit Investitionsausgaben von 35 bis 39 Milliarden US-Dollar.
Das Unternehmen meldete für 2025 einen Umsatz von 5,1 Milliarden US-Dollar und einen Nettoverlust von 1,2 Milliarden US-Dollar. Analysten erwarten für 2026 einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar, gehen jedoch davon aus, dass die Verluste anhalten werden. CEO Mike Intrator verwies auf einen Auftragsbestand von mehr als 104 Milliarden US-Dollar. Dieser deutet auf vertraglich gesicherte Nachfrage hin, ist aber kein verfügbares Bargeld und muss über einen längeren Zeitraum erfüllt werden. Nvidia hält rund 10 % an CoreWeave und hat mit dem Unternehmen eine Kapazitätsvereinbarung, die bis April 2032 läuft.
Leerverkäufer erzielten am 14. Oktober, als CRWV um 15,5 % fiel, schätzungsweise 806 Millionen US-Dollar Gewinn. Käufer blieben jedoch aktiv: ARK Invest erwarb mehr als 381.000 Aktien, und Privatanleger kauften in dieser Woche Aktien im Wert von rund 66 Millionen US-Dollar. Der Ausverkauf belastete auch die KI-Infrastrukturunternehmen Nebius (NBIS) und Applied Digital (APLD). An der Wall Street gehen die Meinungen auseinander: Einige Anleger sehen Nachfrage und Auftragsbestand als Kaufargumente, während andere warnen, dass Schuldenkosten und Umsetzungsrisiken die Rendite des Ausbaus der KI-Infrastruktur schmälern könnten.
Neutral
Die Berichte betreffen CoreWeave und andere börsennotierte Unternehmen, nicht eine bestimmte Kryptowährung oder einen Token. Daher haben die Nachrichten keine direkte, eindeutig zuordenbare Auswirkung auf den Preis einer erwähnten Kryptowährung. Die angemessene Einstufung für den Kryptomarkt ist somit neutral. Indirekt verdeutlicht der Ausverkauf, wie höhere Kreditkosten und die Risikoaversion gegenüber kapitalintensiver KI-Infrastruktur die allgemeine Stimmung im Technologiesektor beeinflussen können. Kurzfristig könnte dies zu einer vorsichtigeren Risikobereitschaft an den Märkten beitragen, doch die Zusammenfassungen liefern keine Hinweise auf direkte Auswirkungen auf Kryptopreise. Längerfristig würden mögliche Ausstrahlungseffekte von Veränderungen der allgemeinen Risikobereitschaft der Anleger und der Liquidität abhängen, nicht allein von CoreWeaves Schulden oder Aktienkurs.