Abflüsse aus Kryptofonds erreichen 434 Millionen Dollar – Sorgen um Fed-Zinsen nehmen zu
CoinShares meldete für die Woche bis zum 16. Oktober Abflüsse in Höhe von 434 Millionen US-Dollar aus globalen Anlageprodukten für digitale Vermögenswerte. Damit kehrte sich die jüngste Entwicklung mit Mittelzuflüssen um. Die Abflüsse aus Kryptofonds spiegelten die Vorsicht der Anleger angesichts einer höher als erwartet ausgefallenen US-Inflation und Einzelhandelsumsätze wider. Dies schürte die Sorge, dass die Zinsen länger hoch bleiben könnten. CoinShares warnte, dass die Abhebungen nicht zwangsläufig auf einen anhaltenden Abwärtstrend hindeuten.
Der Verbraucherpreisindex stieg im September gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent und im Jahresvergleich um 3,7 Prozent und lag damit über der Jahresprognose von 3,6 Prozent. Benzin war für etwa die Hälfte des monatlichen Anstiegs verantwortlich. Die Einzelhandelsumsätze legten um 0,8 Prozent zu und übertrafen damit die Erwartungen von rund 0,3 Prozent, während der Anstieg im August auf 1,3 Prozent nach oben korrigiert wurde. Den in den Berichten zitierten Polymarket-Zahlen zufolge lag die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen bei ihrer Sitzung im Oktober unverändert lässt, bei 75 Prozent; die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 25 Basispunkte betrug 25 Prozent.
Die Daten verstärkten die Erwartungen einer restriktiven Geldpolitik und belasteten Bitcoin sowie andere Risikoanlagen. Die Abflüsse aus Kryptofonds unterstreichen, wie empfindlich die Märkte für digitale Vermögenswerte weiterhin auf Inflation, wirtschaftliche Aktivität und die Signale der Fed reagieren. Händler könnten die anstehenden Daten und die Entscheidung der Fed beobachten, um einzuschätzen, ob sich Bitcoin stabilisieren kann oder kurzfristig weiter unter Druck gerät.
Bearish
Die Nachrichten sind kurzfristig bearish für Bitcoin, denn eine höher als erwartet ausgefallene Inflation und starke Einzelhandelsumsätze könnten die Erwartungen verstärken, dass die US-Zinsen hoch bleiben oder weiter steigen. Strengere monetäre Bedingungen können die Nachfrage nach Risikoanlagen verringern, während die gemeldeten Abflüsse von 434 Millionen US-Dollar aus Krypto-Anlageprodukten auf eine zunehmende Vorsicht der Anleger hindeuten. Händler könnten darauf reagieren, indem sie ihr Engagement reduzieren oder eine höhere Risikoprämie verlangen, was die kurzfristige Volatilität und den Verkaufsdruck verstärken würde.
Für die längerfristige Entwicklung ist das Signal nicht eindeutig. CoinShares erklärte, dass die Abflüsse nicht zwangsläufig auf einen anhaltenden Abwärtstrend hindeuten und dass Fondsmittelflüsse allein keine Aussage über die Richtung des Bitcoin-Kurses erlauben. Sollte die Fed die Zinsen unverändert lassen oder sollten die Daten zu Inflation und wirtschaftlicher Aktivität schwächer ausfallen, könnten die Zinsängste nachlassen und sich die Stimmung erholen. Anhaltende Inflation oder eine restriktive Kommunikation der Fed könnten den Druck dagegen verlängern. Insgesamt ist die kurzfristige Tendenz bearish; die kommenden Konjunkturdaten und geldpolitischen Signale dürften darüber entscheiden, ob der Druck anhält.