Die US-Zwischenwahlen gefährden den CLARITY Act und die Krypto-Regeln
Die prognostizierten Zugewinne der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen wurden inzwischen als Ergebnis gemeldet, das der Partei die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses verschafft. Dadurch ist die Unsicherheit über die US-Kryptoregulierung und den CLARITY Act gestiegen. Senatorin Elizabeth Warren könnte den Bankenausschuss des Senats leiten, während die Abgeordnete Maxine Waters voraussichtlich den Finanzausschuss des Repräsentantenhauses führen wird – Positionen, die Kritikern bestimmter Teile der Agenda der Kryptobranche mehr Einfluss verschaffen könnten. Sherrod Brown wurde in Ohio wiedergewählt, obwohl mehr als 64 Millionen US-Dollar an kryptobezogenen Ausgaben gegen ihn aufgewendet wurden. Bis zum 20. Oktober hatten kryptonahe Gruppen bei mehr als 100 Kongresswahlen rund 176 Millionen US-Dollar ausgegeben. Der CLARITY Act, der einen bundesweiten Rahmen für Märkte digitaler Vermögenswerte schaffen soll, kam bei einer Verfahrensabstimmung im September nicht weiter. Er erhielt 49 Stimmen bei 50 Gegenstimmen und verfehlte damit die erforderlichen 60 Stimmen. Die Demokraten fordern einen stärkeren Verbraucherschutz, Maßnahmen gegen illegale Finanzierungen und Ethikregeln. Die Wahl entscheidet nicht über das Schicksal des Gesetzentwurfs, könnte seine Verabschiedung aber erschweren oder zu Änderungen seiner Bestimmungen führen. Die früheren Erwartungen an parteiübergreifende Unterstützung für gezielte Maßnahmen, darunter Steuergesetze, bleiben ein möglicher Gegenpol. Lobbyisten sind jedoch weniger zuversichtlich, was eine umfassendere Gesetzgebung zur Marktstruktur angeht. Für Kryptohändler deutet der politische Wandel auf länger anhaltende regulatorische Unsicherheit in den USA hin und könnte die Stimmung gegenüber Kryptounternehmen und Token belasten. Demokratische Abgeordnete könnten zudem die kryptobezogenen Geschäftsverbindungen und Regulierungsentscheidungen der Trump-Regierung genauer untersuchen.
Neutral
In den Zusammenfassungen wird keine bestimmte Kryptowährung genannt. Daher lässt sich keine direkte Kursauswirkung auf einen einzelnen Coin als bullish oder bearish einstufen. Die Entwicklungen sind vor allem politischer und regulatorischer Natur: Sie könnten die Unsicherheit für den US-Kryptosektor verlängern und die Stimmung gegenüber kryptobezogenen Vermögenswerten allgemein beeinflussen. Sie ändern jedoch nicht unmittelbar die geltenden Regeln und legen auch keinen eindeutigen Ausgang für den CLARITY Act fest. Kurzfristig könnten Händler vorsichtig auf Schlagzeilen reagieren, was die Volatilität bei US-bezogenen Kryptoaktien und Token erhöhen könnte. Längerfristig hängt die Wirkung von den Prioritäten des Ausschusses, den Änderungen am Gesetzentwurf und den Aussichten auf parteiübergreifende Unterstützung ab. Ähnliche regulatorische Unsicherheit hat die Stimmung oft schon vor konkreten politischen Änderungen beeinflusst, während klare Gesetze später die Unsicherheit verringern können. Auf Grundlage der vorliegenden Informationen ist eine neutrale Bewertung für jede einzelne Kryptowährung am angemessensten.