EIP-7702: Ethereum-Funktion, die beim 6,4-Milliarden-Dollar-Hack von Binance zum Einsatz kam
EIP-7702, ein Ethereum-Upgrade, das im Mai 2025 aktiviert wurde, ermöglicht es normalen Wallets, vorübergehend Smart-Contract-Code auszuführen. Es unterstützt das Bündeln von Transaktionen, die Übernahme von Gasgebühren und Schlüssel mit eingeschränkten Berechtigungen. Delegierter Code kann jedoch auf die Guthaben eines Wallets zugreifen.
Am 29. Oktober 2026 stahlen Angreifer rund 6,4 Milliarden US-Dollar aus Binance-Wallets auf zehn Blockchains. TRM Labs und Chainalysis schrieben den Diebstahl TraderTraitor zu, einer nordkoreanischen Hackergruppe. Auf Ethereum soll der Angreifer 50 vorab signierte EIP-7702-Autorisierungen genutzt haben, um ein Binance-Hot-Wallet in einen sogenannten Sweeper zu verwandeln und Vermögenswerte an vom Angreifer kontrollierte Adressen zu übertragen.
Der Vorfall deutet nicht auf eine Schwachstelle in Ethereum selbst hin: EIP-7702 erfordert eine gültige Autorisierungssignatur des Kontoinhabers. Binance erklärte, die Untersuchung habe einen kompromittierten Laptop eines Mitarbeiters sowie weitere Einfallspunkte aufgedeckt. Der Vorfall verdeutlicht die Sicherheitsrisiken der Delegierung über EIP-7702 und wie wichtig es ist, die Wallet-Signatursysteme von Kryptobörsen zu schützen.
Bearish
Die Nachricht belastet die Stimmung auf kurze Sicht, da der gemeldete Diebstahl von 6,4 Milliarden US-Dollar Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Börsen und der Risiken delegierter Wallet-Berechtigungen weckt. Händler könnten bei zentralisierten Börsen vorsichtiger werden, Binance-bezogene Kapitalflüsse und Spreads beobachten und nach sichereren Verwahrungsmöglichkeiten suchen. Solche Reaktionen können die kurzfristige Volatilität bei börsengebundenen Vermögenswerten und am breiteren Kryptomarkt erhöhen – insbesondere, wenn weitere Einzelheiten auf anhaltende Sicherheitsverletzungen oder Störungen hindeuten.
Der Vorfall sollte jedoch nicht als Beleg dafür verstanden werden, dass Ethereum oder EIP-7702 durch einen Protokollfehler ausgenutzt wurde. Das Konto muss eine Delegierung mit einer gültigen Signatur autorisieren, und dem Artikel zufolge haben Binance-Wallets auf anderen Chains ebenfalls Gelder über signierte Überweisungen verschickt. Das deutet auf eine Kompromittierung der Infrastruktur zum Signieren von Wallet-Transaktionen hin. Diese Unterscheidung könnte anhaltenden Verkaufsdruck auf ETH begrenzen, sofern das Netzwerk weiterhin normal funktioniert und der Vorfall auf die Systeme von Binance beschränkt bleibt.
Frühere Angriffe auf Börsen, darunter der im Artikel erwähnte Diebstahl bei Bybit, haben häufig eine unmittelbare Risikoaversion, vermehrte Auszahlungen und Volatilität ausgelöst. Die langfristigen Folgen hängen vom Ausmaß der Verluste, den Aussichten auf eine Wiederbeschaffung, regulatorischen oder betrieblichen Reaktionen und davon ab, ob andere Plattformen ähnliche Kompromittierungen melden. Der Vorfall könnte Wallet-Anbieter und Entwickler außerdem dazu veranlassen, Warnungen zu Berechtigungen und Schutzmaßnahmen für Delegierungen zu verbessern. Insgesamt ist der Sicherheitsschock kurzfristig negativ, während seine längerfristigen Auswirkungen auf den Markt ungewiss sind; für sich genommen verändert er die Fundamentaldaten von Ethereum nicht.