Abflüsse aus Ethereum-ETFs stehen Rekord-Staking von ETH gegenüber
US-amerikanische Ethereum-Spot-ETFs verzeichneten am 26. Oktober Nettoabflüsse von 88,6 Millionen US-Dollar. Maßgeblich dafür waren Abhebungen in Höhe von 104,7 Millionen US-Dollar aus BlackRocks ETHA. Der Fonds von Fidelity verbuchte Zuflüsse von 16,1 Millionen US-Dollar, während die kumulierten Nettozuflüsse aller Fonds mit rund 12,66 Milliarden US-Dollar weiterhin positiv waren.
Gleichzeitig waren Ende September rekordhohe 43,8 Millionen ETH gestakt – fast 36 % des Gesamtangebots. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 flossen 7,96 Millionen ETH ins Staking, was das für den Handel verfügbare liquide ETH-Angebot möglicherweise verringert. Die durchschnittliche annualisierte Staking-Rendite sank im dritten Quartal von 2,81 % im Vorquartal auf 2,63 %.
Die Sitzung der Federal Reserve am 27. und 28. Oktober ist ein weiterer kurzfristiger Impulsgeber. Die meisten von Reuters befragten Ökonomen erwarten, dass die Zinsen bei 3,75 % bis 4,00 % bleiben. Die Inflation hat jedoch die Erwartungen an eine mögliche Zinserhöhung im Dezember verstärkt. ETF-Zuflüsse und -Abflüsse, der Umfang des ETH-Stakings und der Ausblick der Fed dürften die kurzfristige Entwicklung von Ethereum beeinflussen.
Neutral
Die Signale sind gemischt und sprechen für eine neutrale Einschätzung auf kurze Sicht. Abflüsse aus Ethereum-ETFs deuten auf eine schwächere institutionelle Nachfrage hin und könnten die Stimmung belasten, falls die Abhebungen anhalten. Die kumulierten ETF-Zuflüsse sind jedoch weiterhin deutlich positiv, und das Rekordniveau beim Staking entzieht einen beträchtlichen Teil des ETH dem unmittelbar handelbaren Angebot. Das könnte für Unterstützung sorgen, wenn sich die Nachfrage verbessert.
Die Federal Reserve sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Ein falkenhafter Ausblick oder erneut aufkommende Zinserhöhungserwartungen könnten die Renditen von US-Staatsanleihen steigen lassen und Risikoanlagen, einschließlich ETH, unter Druck setzen. Eine weniger falkenhafte Botschaft könnte die Risikobereitschaft verbessern und dazu beitragen, dass sich die ETF-Zuflüsse erholen. In früheren Phasen des Kryptomarkts haben Wendungen bei den ETF-Zuflüssen die kurzfristige Stimmung beeinflusst, während Staking und andere angebotsseitige Veränderungen in der Regel allmählicher wirkten. Händler könnten daher die täglichen ETF-Zuflüsse, die ETH-Liquidität an Börsen, Staking-Einzahlungen und Kommentare der Fed beobachten. Längerfristig könnten anhaltendes Staking und erneute ETF-Zuflüsse das Angebot im Verhältnis zur Nachfrage verknappen; anhaltende Abflüsse und eine restriktive Geldpolitik würden dieses potenzielle Unterstützungsargument schwächen. Keines der beiden Szenarien ist sicher.