Fed-Entscheidung und Tech-Zahlen versetzen Risikoanlagen in Alarmbereitschaft

Die Entscheidung der Federal Reserve und die Geschäftszahlen großer Technologieunternehmen werden die Märkte in dieser Woche prägen, während neue Entwicklungen den Druck auf Risikoanlagen erhöhen. Allgemein wird erwartet, dass die Fed die Zinsen bei 3,75–4,00 Prozent belässt. Händler werden die Äußerungen von Vorsitzendem Kevin Warsh jedoch genau auf Hinweise zu einer möglichen Zinserhöhung im Dezember prüfen. Die Märkte beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember inzwischen auf 72–80 Prozent; eine frühere Einschätzung hatte für eine Erhöhung um 25 Basispunkte bei der unmittelbar bevorstehenden Entscheidung lediglich eine Wahrscheinlichkeit von etwa 10 Prozent angegeben. Händler beobachten außerdem das BIP des dritten Quartals und die Kerninflation nach dem PCE-Index im Oktober. Ökonomen hatten zuvor ein annualisiertes BIP-Wachstum von 3,0 Prozent erwartet. Die Marktbedingungen haben sich vor den Ereignissen verschlechtert: Am Freitag fiel der Dow um 1,23 Prozent und der S&P 500 um 0,52 Prozent. Störungen der Ölversorgung im Nahen Osten trieben den Preis für Brent-Rohöl auf 117 US-Dollar je Barrel, während sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen der Marke von 5 Prozent näherte. Die höheren Renditen könnten die Bewertungen von Wachstumsaktien und die allgemeine Risikobereitschaft belasten. Microsoft und Alphabet legen ihre Zahlen vor, gefolgt von Amazon. Anleger werden das Wachstum im Cloudgeschäft und die Frage beurteilen, ob die Rekordausgaben für KI und Rechenzentren Erträge abwerfen. Gleichzeitig steigen die Infrastrukturkosten, das Angebot an modernen Chips und Speicher ist knapp, und die schuldenfinanzierte Expansion steht unter genauer Beobachtung. Die Nachfrage nach Microsoft Azure und die Investitionsausgaben des Konzerns sind zentrale Themen. Hedgefonds sind seit drei Wochen per saldo Verkäufer von US-Aktien, obwohl einige Großbanken für den S&P 500 weiterhin einen Stand von 8.000 zum Jahresende prognostizieren. Auch Apple veranstaltet ein Produktevent, und die AI-World-Konferenz von Oracle läuft bereits. Für Kryptohändler könnten die Fed-Entscheidung und die Technologiegeschäftszahlen die Risikostimmung bestimmen. Hohe Renditen, geopolitische Unsicherheit und eine restriktive Rhetorik der Fed könnten die Finanzierungsbedingungen verschärfen und die Nachfrage nach volatilen Anlagen verringern, was den Kryptomarkt kurzfristig unter Druck setzen würde. Eine weniger restriktive Botschaft oder besser als erwartete Ergebnisse der Technologieunternehmen könnten die Risikobereitschaft stabilisieren.
Bearish
Das Gesamtsignal für die Kryptopreise ist kurzfristig bearish. Da in den Zusammenfassungen jedoch keine bestimmte Coin oder kein bestimmter Token genannt wird, bezieht sich die Einschätzung auf den Kryptomarkt insgesamt. Die Aussicht auf länger anhaltend hohe Zinsen, erhöhte Renditen von US-Staatsanleihen und geopolitische Unsicherheit können die Liquidität und die Nachfrage nach volatilen Anlagen verringern. Sollte die Fed eine Zinserhöhung im Dezember signalisieren, könnten Händler ihr Risikoengagement weiter zurückfahren, was den Verkaufsdruck und die Volatilität im Kryptomarkt möglicherweise erhöht. Schwache Technologiegewinne könnten den Druck zusätzlich verstärken, indem sie die allgemeine Risikostimmung beeinträchtigen. Die Auswirkungen sind jedoch nicht einseitig. Eine Zinspause in Verbindung mit vorsichtigen Hinweisen, einer nachlassenden Inflation oder stärkeren Technologiegewinnen könnte eine Erholung der Risikobereitschaft begünstigen. In der früheren Zusammenfassung wurde zudem auf eine geringe Wahrscheinlichkeit einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung hingewiesen, während das spätere Update deutlich höhere Markterwartungen für eine Erhöhung im Dezember erkennen lässt. Dieser Wandel macht die Kommunikation der Fed besonders wichtig. Langfristig hängt die Wirkung auf Kryptowährungen davon ab, ob Inflation und Wachstum eine Lockerung der Finanzierungsbedingungen ermöglichen. Das Ereignis selbst verändert die Fundamentaldaten von Kryptowährungen nicht. Eine nachhaltige Kursbewegung dürfte daher von der Zinsentwicklung, der Liquidität und der Positionierung der Anleger abhängen.