Frankreich schlägt Meldepflicht für selbst verwahrte Kryptowährungen ab 100.000 Euro vor

Französische Abgeordnete haben vorgeschlagen, Einwohner dazu zu verpflichten, jedes Jahr zum 31. Dezember selbstverwahrte Kryptobestände im Wert von mindestens 100.000 Euro zu melden. Der von drei Abgeordneten der LIOT eingebrachte Vorschlag sieht bei Verstößen Geldbußen von bis zu 10.000 Euro vor und gilt für Vermögenswerte, die außerhalb von Anbietern von Kryptowerte-Dienstleistungen gehalten werden, etwa in persönlichen oder Hardware-Wallets. Der Plan zur Offenlegung selbstverwahrter Wallets soll eine geschätzte Steuerlücke schließen: Eine parlamentarische Untersuchung bezifferte die Kapitalgewinne aus Krypto im Jahr 2021 auf 3,5 Milliarden Euro, verglichen mit 400 Millionen Euro, die angegeben wurden. Ein früherer Vorschlag mit einer Schwelle von 5.000 Euro wurde abgelehnt. Die Maßnahme ist noch kein Gesetz: Der Änderungsantrag wurde zwar im Ausschuss angenommen, der Einnahmenteil des Haushalts jedoch abgelehnt. Die parlamentarische Debatte sollte am 13. Oktober fortgesetzt werden. Weitere vorgeschlagene Maßnahmen umfassen eine Wegzugssteuer auf Kryptobestände von mehr als 800.000 Euro für Personen, die ins Ausland ziehen, sowie die Abschaffung der Steuerstundung bei Umwandlungen in Stablecoins. Sollte die Meldepflicht für selbstverwahrte Kryptowerte in Kraft treten, würde sie vor allem größere Anleger betreffen; ihre direkten Auswirkungen auf die Preise sind weiterhin ungewiss.
Neutral
Der Vorschlag ändert weder direkt das Angebot und den Nutzen einer bestimmten Kryptowährung noch deren Handelsregeln, und er ist noch nicht Gesetz geworden. Kurzfristig könnten die Zustimmung des Ausschusses und die erneut aufgeflammte Debatte bei französischen Selbstverwahrern für Unsicherheit sorgen. Allein die Nachricht dürfte jedoch keine breite und anhaltende Kursbewegung auslösen. Sollte der Vorschlag verabschiedet werden, könnten Offenlegungspflichten und mögliche Geldbußen einige betroffene Inhaber dazu veranlassen, ihre Verwahrung zu überdenken oder ihre Aktivitäten in Frankreich einzuschränken. Dies könnte zu lokalem Verkaufsdruck führen oder dazu, dass Vermögenswerte auf regulierte Plattformen verlagert werden. Die Schwelle von 100.000 € begrenzt jedoch die Reichweite der Regelung, und der ungewisse Gesetzgebungsprozess schwächt ihre unmittelbare Marktwirkung. Erfahrungsgemäß beeinflussen Steuer- und Meldevorschläge eher die Stimmung und die lokale Teilnahme als die globalen Kryptopreise – es sei denn, sie werden verbindlich oder gehen mit einer umfassenderen Durchsetzung einher. Insgesamt ist die wahrscheinliche Auswirkung auf Kryptowährungskurse und die Marktstabilität neutral.