Französische Abstimmung über Kryptosteuer zielt 2027 auf Stablecoin-Tauschgeschäfte ab

Der französische Vorschlag zur Besteuerung von Kryptowährungen ist vorangekommen: Die Nationalversammlung nahm einen Änderungsantrag mit 38 zu 37 Stimmen an. Nur 100 der 577 Abgeordneten stimmten ab. Ab dem 1. Januar 2027 sollen Gewinne aus dem Tausch von Kryptowerte in qualifizierende, gemäß MiCA definierte E-Geld-Token besteuert werden. Dazu zählen auch Stablecoins, die an den Euro oder andere Währungen gekoppelt sind. Bei der Veräußerung von Kryptowerten soll der französische Pauschalsteuersatz von 31,4 Prozent gelten. Die Gewinne würden anhand der Anschaffungskosten der jeweils verkauften Vermögenswerte berechnet; für Bestände, die vor 2027 erworben wurden, soll es eine einmalige Wahlmöglichkeit geben. Die Abgeordneten lehnten einen Vorschlag ab, Kryptoverluste zehn Jahre lang vortragen zu können. Die Maßnahme ist noch kein Gesetz: Sie ist weiterhin Teil eines umstrittenen Haushaltsgesetzentwurfs, mit dessen weiterer Beratung in der Nationalversammlung ab dem 3. November gerechnet wird. Der Senat kann sie streichen. Branchenvertreter warnen, die Steuer könne die Nutzung regulierter Stablecoins unattraktiver machen und einige Händler zu ausländischen Börsen, Peer-to-Peer-Handel oder DeFi treiben. Bei einer Verabschiedung könnten Stablecoin-Konvertierungen teurer werden und Handel sowie Portfolio-Umschichtungen komplizierter sein; die endgültigen Regeln sind jedoch noch ungewiss.
Neutral
Der Vorschlag könnte beeinflussen, wie Händler in Frankreich Kryptowährungen in Stablecoins umtauschen, verändert jedoch nicht direkt die Grundlagen oder das Angebot einer bestimmten Kryptowährung. Kurzfristig könnten die knappe Abstimmung und die Unsicherheit über den Haushaltsgesetzentwurf zu einer vorsichtigeren Haltung oder vorübergehenden Veränderungen bei Handels- und Rebalancing-Aktivitäten führen. Allein dadurch dürfte jedoch kein klares, breit angelegtes Preissignal für Krypto-Assets entstehen. Wird die Steuer 2027 eingeführt, könnte sie die Nachfrage nach regulierten Stablecoin-Umtauschvorgängen teilweise verringern und Aktivitäten auf ausländische Plattformen, Peer-to-Peer-Märkte oder DeFi verlagern. Diese Auswirkungen könnten die Liquidität und Handelsmuster an einzelnen Handelsplätzen verändern. Umfang, Genehmigung und Umsetzung des Vorschlags sind jedoch weiterhin ungewiss. Daher ist die erwartete direkte Auswirkung auf die Preise von Kryptowährungen neutral.