Überparteiliche Unterstützung könnte die Regeln für USDC schützen

Circle-CEO Jeremy Allaire sagt, dass eine Aufhebung des GENIUS Act unwahrscheinlich ist, falls die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus übernehmen. Er verweist dabei auf die parteiübergreifende Unterstützung für das Stablecoin-Gesetz. Es wurde im Senat mit 68 zu 30 Stimmen und im Repräsentantenhaus mit 308 zu 122 Stimmen verabschiedet. 102 demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus und 18 demokratische Senatoren stimmten dafür. Das Office of the Comptroller of the Currency veröffentlichte am 21. Oktober 2026 die endgültigen Regeln zur Umsetzung des GENIUS Act. Sie verlangen, dass Payment-Stablecoins im Verhältnis 1:1 durch Reserven gedeckt sind, und legen Standards für Rücknahmen, Verwahrung und Kapital fest. Die Regeln sollen am 18. Januar 2027 in Kraft treten, wenn das Gesetz planmäßig vollständig wirksam wird. Allaire zufolge verschafft der Rahmen USDC und Circle mehr regulatorische Sicherheit. Das Umlaufvolumen von USDC erreichte im zweiten Quartal 2026 73,3 Milliarden US-Dollar und lag damit 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Ein Wechsel der Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus könnte dennoch zu Änderungen oder einer strengeren Aufsicht führen, auch wenn eine Aufhebung unwahrscheinlich ist. Für Stablecoin-Emittenten liegt der unmittelbare Schwerpunkt darauf, sich auf die neuen Compliance-Anforderungen vorzubereiten.
Neutral
Die Nachricht ist für die Kryptomärkte insgesamt neutral. Die breiten parteiübergreifenden Mehrheiten für den GENIUS Act und die Veröffentlichung der endgültigen OCC-Regeln verringern die Unsicherheit über die Regulierung von Zahlungs-Stablecoins in den USA. Langfristig könnte dies das Vertrauen in regelkonforme Emittenten wie Circle und USDC stärken. Der Artikel berichtet jedoch von keiner unmittelbaren Änderung der USDC-Reserven, des Umlaufs oder des Marktzugangs. Allaires Äußerungen sind zudem die Einschätzung eines Unternehmensmanagers mit einem direkten kommerziellen Interesse am Fortbestand des Gesetzes. Kurzfristig könnten Händler die Regeln eher als Signal für mehr politische Klarheit denn als Auslöser breiter Kursbewegungen betrachten. Die Aktivitäten rund um USDC und die Stimmung gegenüber regulierten Stablecoins könnten profitieren, die Auswirkungen auf die Kryptopreise insgesamt dürften jedoch begrenzt sein. Das Inkrafttreten am 18. Januar 2027 gibt den Emittenten Zeit zur Vorbereitung. Die Umsetzung der Compliance-Vorgaben und mögliche politische Änderungen bleiben jedoch Faktoren, die es zu beobachten gilt. Frühere regulatorische Meilensteine haben häufig gemischte Marktreaktionen ausgelöst: Klarere Regeln können die Beteiligung institutioneller Anleger fördern, strengere Anforderungen an Reserven, Rücknahmen und Kapital jedoch die Compliance-Kosten erhöhen und kleinere Emittenten vor Herausforderungen stellen. Ein Wechsel der Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus könnte weiterhin Änderungen oder eine strengere Aufsicht nach sich ziehen, auch wenn eine vollständige Aufhebung weniger wahrscheinlich erscheint. Händler sollten daher eine größere politische Planungssicherheit nicht mit der Garantie verwechseln, dass der Regulierungsrahmen unverändert bleibt.