Giancarlo schlägt private Cyberoperationen gegen Lazarus vor

Chris Giancarlo, ehemaliger Vorsitzender der CFTC, fordert die USA auf, die verfassungsrechtlichen „Kaperbriefe“ (letters of marque and reprisal) wieder einzuführen. Damit sollen autorisierte Privatunternehmen staatlich unterstützte Krypto-Hacker wie die nordkoreanische Lazarus Group verfolgen dürfen. Der Vorschlag folgte auf den Diebstahl von schätzungsweise 1,4 bis 1,5 Milliarden US-Dollar von Bybit durch die Gruppe. Giancarlo und Christopher Perkins von Franklin Crypto legten die Idee erstmals 2025 in einem Meinungsbeitrag dar. Sie argumentierten, der Wettbewerb zwischen Unternehmen könne die Cyberabwehr verbessern und dabei helfen, gestohlene Krypto-Assets zurückzuerlangen. Der Abgeordnete David Schweikert brachte im August 2025 den Gesetzentwurf H.R. 4988, den Cybercrime Marque and Reprisal Authorization Act, ein. Ein im August 2026 veröffentlichtes Memorandum des Weißen Hauses konzentrierte sich jedoch auf transnationale kriminelle Organisationen. Dadurch stellt sich die Frage, ob staatlich unterstützte Gruppen wie Lazarus darunterfallen. Der Vorschlag hat bislang keine eindeutige Marktreaktion ausgelöst. Sein weiterer Verlauf könnte die künftige Krypto-Sicherheitspolitik beeinflussen, doch rechtliche Unsicherheit und Bedenken hinsichtlich einer Eskalation, falscher Zuschreibungen und Kollateralschäden bleiben bestehen.
Neutral
Der Vorschlag hat keine klaren, unmittelbaren Auswirkungen auf das Token-Angebot, die Nachfrage oder die Handelsaktivität, und der Artikel berichtet von keiner erkennbaren Marktreaktion. Kurzfristig dürften Händler die Meldung eher als Entwicklung im Bereich Cybersicherheit und Politik denn als Preistreiber betrachten. Der Vergleich mit früheren Angriffen auf Kryptobörsen ist relevant: Große Diebstähle können vorübergehend Risikoaversion, eine strengere Prüfung von Börsen und Volatilität auslösen. Die Auswirkungen auf den Markt hängen jedoch vom Ausmaß der Verluste, von der Reaktion der betroffenen Plattform und möglichen weiterreichenden Ansteckungseffekten ab. Der Artikel beschreibt einen vorgeschlagenen Rechtsrahmen, keinen neuen Hackerangriff und keine bestätigte Rückgewinnung von Geldern. Langfristig könnten genehmigte private Cyberoperationen die Wiedererlangung von Vermögenswerten und die Abschreckung verbessern, sofern sie mit klaren Schutzvorkehrungen umgesetzt werden, und so das Vertrauen in die Krypto-Infrastruktur stärken. Unklare Befugnisse oder Operationen gegen staatlich unterstützte Gruppen könnten dagegen das Risiko einer Eskalation und Probleme bei der Zuordnung erhöhen und die Stimmung belasten. Der Stand des Gesetzentwurfs und die Frage, wie das Memorandum des Weißen Hauses infrage kommende Ziele definiert, sind die wichtigsten Entwicklungen, die es zu beobachten gilt. Ohne konkrete politische Maßnahmen oder neue Sicherheitsvorfälle ist eine neutrale Marktwirkung am wahrscheinlichsten.