Goldman Sachs sieht den Yen als Absicherung gegen KI-Risiken
Goldman Sachs zufolge könnte der japanische Yen als Absicherung dienen, falls Sorgen über den KI-Investitionsboom die Wachstumserwartungen für die USA schwächen. Der Stratege Jonathon Chryssafis verknüpft eine mögliche Verlangsamung der KI-Ausgaben mit niedrigeren US-Renditen, einem geringeren Zinsabstand zwischen den USA und Japan sowie einer möglichen Rückführung japanischen Kapitals in die Heimat – Faktoren, die den Yen gegenüber dem Dollar stützen könnten.
Das Ausmaß der KI-Finanzierung rückt zunehmend in den Fokus. Bis zum 13. Oktober 2026 erreichte das Emissionsvolumen von auf US-Dollar lautenden Projektfinanzierungen rund 105 Milliarden Dollar und damit etwa das Vierfache des bisherigen Rekords vor dem Boom. Der Großteil der Mittel floss in Rechenzentren und Computerinfrastruktur. Goldman meldete zudem zuletzt ungewöhnlich starke Nettoverkäufe globaler Technologiewerte.
Laut Goldmans GSDEER-Modell ist der Yen gegenüber dem Dollar schätzungsweise rund 40 Prozent unterbewertet. Die Bank warnt jedoch, dass eine günstige Bewertung allein nicht zwangsläufig eine Trendwende auslöst. Die implizite Volatilität von zweijährigen USD/JPY-Optionen liegt bei etwa 9,9 und damit unter dem 20-Jahres-Durchschnitt von 13,8. Goldman betrachtet USD/JPY-Put-Optionen als mögliche Absicherung; eine direkte Short-Position birgt andere Risiken.
Die jüngsten Korrelationen zwischen KI-Aktien und USD/JPY haben sich verändert, doch der Zusammenhang ist noch neu und könnte sich umkehren. Höhere Energiepreise und Inflation sind wesentliche Risiken. Die Yen-Position hängt daher von Veränderungen der Wachstumserwartungen, der Zinsabstände und der Kapitalströme ab – nicht allein von Sorgen über KI.
Neutral
Der Artikel enthält keinen direkten Katalysator für Kryptowährungen: Er behandelt die Finanzierung von KI, die Wachstumserwartungen für die USA, japanische Kapitalströme und den Yen. Mögliche Auswirkungen auf Krypto wären daher indirekt und davon abhängig, wie Händler das breitere Risikoumfeld interpretieren.
Kurzfristig könnte ein starker Ausverkauf von Technologieaktien eine umfassendere risikoscheue Bewegung auslösen. Das könnte Bitcoin und andere Krypto-Assets belasten, wenn Händler ihr Engagement in volatilen Märkten reduzieren – ähnlich wie in früheren Phasen, in denen Belastungen an den Aktienmärkten und straffere Finanzierungsbedingungen auf Krypto drückten. Gleichzeitig könnten sinkende US-Renditen oder Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik liquiditätssensible Vermögenswerte stützen und den Druck mildern. Der Artikel stellt nicht fest, dass sich diese Kräfte gemeinsam bewegen werden.
Längerfristig könnte eine anhaltende Verlangsamung der KI-Investitionen die Erwartungen an Wachstum, Zinssätze und die grenzüberschreitende Kapitalallokation verändern. Diese Verschiebungen könnten sich über den Dollar, Anleiherenditen und die allgemeine Risikobereitschaft auf Krypto auswirken; das Ergebnis ist jedoch ungewiss. Die berichteten Veränderungen der Korrelation zwischen KI-Aktien und USD/JPY sind jüngeren Datums und könnten sich umkehren. Auch Energiepreisschocks könnten Inflation und Renditen steigen lassen. Da es keine direkten Nachrichten zu Krypto-Regulierung, Akzeptanz oder den Fundamentaldaten einzelner Token gibt, ist eine neutrale Markteinschätzung angemessener. Krypto-Händler können US-Renditen, den Dollar, die Aktienvolatilität und die Finanzierungsbedingungen beobachten, um mögliche Übertragungseffekte zu erkennen.