Bitcoin fällt, während die hohe Inflation die Erwartungen an Zinserhöhungen der Fed steigen lässt
Bitcoin fiel von rund 82.827 US-Dollar auf etwa 82.142 US-Dollar, nachdem die US-Inflation im September höher als erwartet ausgefallen war. Dadurch gerieten Kryptowährungen und andere Risikoanlagen erneut unter Druck. Der Verbraucherpreisindex stieg im Jahresvergleich um 3,7 Prozent und lag damit über der Prognose von 3,6 Prozent. Die monatliche Inflation beschleunigte sich unterdessen von 0,4 Prozent im August auf 0,6 Prozent. Die Kerninflation lag bei 2,6 Prozent, und die Benzinpreise sprangen innerhalb eines Monats um 9,1 Prozent nach oben. Damit entfiel mehr als die Hälfte des Gesamtanstiegs auf Benzin.
Der Bericht ließ die Markterwartungen für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober von zuvor 22 Prozent auf etwa 44 bis 49 Prozent steigen; eine frühere Schätzung hatte die Wahrscheinlichkeit mit 47 Prozent angegeben. Auch die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen. Die Rendite zehnjähriger Treasuries lag bei knapp 5,3 Prozent. Höhere Zinsen und Renditen können die Liquidität verknappen und renditelose Anlagen wie Bitcoin weniger attraktiv machen. Innerhalb von 24 Stunden wurden Krypto-Derivatepositionen im Wert von mehr als 281 Millionen US-Dollar liquidiert, größtenteils Bitcoin-Long-Positionen.
Bitcoin wurde nahe seiner Fibonacci-Unterstützungszone von 81.847 bis 82.305 US-Dollar gehandelt. Ein Tagesschluss unter 81.603 US-Dollar könnte Unterstützungen bei etwa 80.365, 80.284 und anschließend 78.003 US-Dollar in den Fokus rücken. Um den Aufwärtsimpuls wieder aufzunehmen, muss Bitcoin die Marke von 84.245 US-Dollar zurückerobern; bei etwa 85.301 US-Dollar liegt ein Widerstand. Händler beobachten den US-Erzeugerpreisindex und die Zinsentscheidung der Fed am 28. Oktober, um Hinweise auf die weitere Richtung zu erhalten.
Bearish
Die Nachrichten sind kurzfristig bearish für Bitcoin. Die Inflation fiel höher aus als prognostiziert. Dadurch stiegen die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve, und die Renditen von US-Staatsanleihen legten zu. Strengere Finanzierungsbedingungen und höhere Renditen können die Nachfrage nach Bitcoin verringern. Die gemeldete Welle von Liquidationen bei Derivaten – insbesondere bei Long-Positionen – könnte den Verkaufsdruck und die Volatilität zusätzlich erhöhen. Da Bitcoin nahe der genannten Unterstützungszone notiert, ist der Tagesschlusskurs bei 81.603 US-Dollar wichtig: Ein Unterschreiten dieser Marke könnte weitere technisch bedingte Verkäufe in Richtung tieferer Unterstützungsniveaus auslösen. Eine Erholung über 84.245 US-Dollar würde den unmittelbaren Druck mindern, doch der Ausblick bleibt abhängig von den anstehenden Inflationsdaten und der Entscheidung der Fed. Langfristig ist die Wirkung weniger eindeutig: Anhaltende Inflation und eine restriktive Geldpolitik könnten die Risikobereitschaft dämpfen, während ein späterer Wechsel zu einer lockereren Politik die Liquidität verbessern und Bitcoin stützen könnte. Die Zusammenfassungen bestätigen keinen solchen Politikwechsel, daher bleibt das unmittelbare Signal negativ.