US-Inflation rückt für den Kryptomarkt das Risiko einer Fed-Zinserhöhung in den Fokus
Die US-Inflationsdaten haben die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve bestärkt und den Druck auf Kryptowährungen und andere Risikoanlagen erhöht. Der Gesamtverbraucherpreisindex (CPI) stieg im September gegenüber dem Vormonat um 0,6 % und gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,7 %, während der Kern-CPI monatlich um 0,3 % und jährlich um 2,6 % zulegte. Beide CPI-Werte übertrafen die Marktprognosen. Auch der Erzeugerpreisindex (PPI) legte im September kräftig zu: um 1,3 % im Monatsvergleich und 6,3 % im Jahresvergleich. Ein wesentlicher Treiber waren die Energiepreise.
Der vorherige Ausblick deutete auf eine mögliche Zinserhöhung im Oktober und mehrere weitere bis Ende 2027 hin. Am 15. Oktober bezifferten die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 25 Basispunkte im Oktober auf etwa 27 % und preisten zugleich eine Wahrscheinlichkeit von 70–80 % für mindestens eine weitere Anhebung bis zum Jahresende ein. Eine Erhöhung im Dezember erschien wahrscheinlicher als eine im Oktober, während die Fed die energiegetriebene Inflation gegen anhaltend hohe Kosten für Dienstleistungen, Transport und Wohnraum abwog.
Für Kryptohändler können höhere Zinsen und erhöhte Anleiherenditen die Finanzierungsbedingungen verschärfen, verzinsliche Anlagen attraktiver machen und die Nachfrage nach volatilen Anlagen dämpfen. Dadurch entsteht ein potenziell negatives Umfeld für Kryptowährungen. Wie stark die Auswirkungen ausfallen, hängt jedoch von den kommenden Inflationsdaten, den Signalen der Fed, den Energiepreisen und der Marktliquidität ab.
Bearish
Die Nachrichten sind kurzfristig negativ für den Kryptomarkt, da eine stärker als erwartet ausgefallene Inflation und die gestiegene wahrgenommene Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die Fed die finanziellen Bedingungen verschärfen könnten. Höhere Kreditkosten und Anleiherenditen könnten Kapital in ertragsbringende Anlagen lenken und die Bereitschaft der Händler verringern, in volatile Kryptowährungen zu investieren. Der Markt könnte auf veränderte Zinserwartungen zudem mit einer höheren Volatilität reagieren, insbesondere im Zusammenhang mit anstehenden Inflationsdaten und Mitteilungen der Fed.
Die frühere Zusammenfassung beschrieb die Erwartungen einer Zinserhöhung im Oktober und weiterer Anhebungen bis 2027. Die spätere Aktualisierung ergänzt konkrete Inflationswerte und die Marktbepreisung. Daraus geht hervor, dass eine Zinserhöhung im Oktober am 15. Oktober als weniger wahrscheinlich galt, während eine weitere Anhebung vor Jahresende weiterhin weithin erwartet wurde und der Dezember als der wahrscheinlichere Zeitpunkt galt. Dadurch sinkt das unmittelbare Risiko einer überraschenden Maßnahme im Oktober, die umfassendere Sorge vor einer Straffung bleibt jedoch bestehen. Längerfristig hängt die Entwicklung des Kryptomarkts davon ab, ob die Inflation nachlässt, die Fed eine Pause signalisiert und sich die Liquiditätsbedingungen verbessern. Sinkende Energiepreise könnten den Inflationsdruck mindern, während anhaltende Inflation oder hohe Renditen den Gegenwind verlängern könnten. Es handelt sich um ein makroökonomisch bedingtes Risiko, nicht um eine Garantie für einen anhaltenden Rückgang der Kryptopreise.