Die institutionelle Bitcoin-Welle verlagert sich hin zu Zahlungen mit Stablecoins
Brett Tejpaul, Co-CEO von Coinbase Institutional, sagt, dass eine zweite Welle institutionellen Interesses an Bitcoin und Kryptowährungen entsteht. Die Aktivitäten verlagern sich über Spot-Bitcoin-ETFs hinaus hin zu Stablecoin-Zahlungen und Blockchain-Infrastruktur.
Tejpaul zufolge nutzen sieben der größten Banken der Welt die Infrastruktur von Coinbase. Überweisungen mit Stablecoins zwischen Bank- und Unternehmenskonten bezeichnete er als große Chance; das Volumen liege bei etwa 400 Millionen US-Dollar pro Stunde. Außerdem sagte er, Stablecoins machten weiterhin nur einen kleinen Teil des Zahlungsmarktes aus. Zahlungsdienstleister dürften sie wahrscheinlich übernehmen, bevor Banken ihre Nutzung ausweiten.
Zu Bitcoin sagte Tejpaul, das makroökonomische Umfeld sei günstig, die Wertentwicklung habe jedoch enttäuscht. Institutionen betrachteten Bitcoin weiterhin eher als Technologieinvestment und nicht als eigenständige Anlageklasse. In dem Gespräch ging es auch um die Rolle von Coinbase bei der Verwahrung von US-Fonds und die Verbindung zum Optionsmarkt von Deribit. Die Aussagen deuten auf eine zunehmende Nutzung der Krypto-Infrastruktur hin, belegen jedoch nicht, dass Institutionen neue Bitcoin-Käufe tätigen.
Bullish
Die Kommentare sind insgesamt positiv für die Verbreitung von Kryptowährungen, da sie darauf hindeuten, dass große Banken die Infrastruktur von Coinbase nutzen und das Interesse an Stablecoin-Zahlungen zunimmt. Wenn sich diese Vereinbarungen zu dauerhaftem Zahlungs- und Verwahrungsgeschäft entwickeln, könnten sie die Beteiligung institutioneller Anleger vertiefen und die Nachfrage nach kryptobezogenen Dienstleistungen stützen. Die Diskussion über eine zweite institutionelle Welle erinnert zudem an frühere Phasen, in denen ein besserer Zugang über Produkte wie Spot-Bitcoin-ETFs dazu beitrug, die Marktteilnahme auszuweiten.
Die unmittelbaren Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs sind weniger sicher. Der Artikel berichtet weder von neuen Bitcoin-Käufen noch von Zusagen für entsprechende Anlagebeträge. Tejpaul bezeichnete die jüngste Entwicklung von Bitcoin ausdrücklich als enttäuschend und sagte zugleich, dass Institutionen Bitcoin nach wie vor größtenteils als Technologieinvestment betrachten. Das bedeutet, dass die Nachricht die Stimmung verbessern könnte, ohne eine direkte, messbare Quelle für BTC-Käufe zu schaffen. Händler könnten sich eher auf bestätigte Akzeptanz durch Banken, Stablecoin-Volumina und Mittelzuflüsse konzentrieren als auf das Interview allein. Kurzfristig dürften die allgemeinen Marktbedingungen und die Dynamik von Bitcoin weiterhin stärkere Kurstreiber sein. Langfristig könnte eine breiter ausgebaute Zahlungs- und Verwahrungsinfrastruktur die Nutzung von Kryptowährungen für Institutionen erleichtern. Eine zunehmende Verbreitung garantiert jedoch weder steigende Kurse noch beseitigt sie die Volatilität.