JPMorgan: KI-Unternehmen müssen beweisen, dass sie ihre Schulden zurückzahlen können
JPMorgan zufolge garantiert ein KI-Label allein keinen Zugang zu Finanzierungen mehr. Kreditgeber verlangen von KI-Unternehmen zunehmend den Nachweis, dass sie Investitionen finanzieren, Schulden bedienen und Ausgaben letztlich in Cashflow umwandeln können.
Der Druck am Kreditmarkt nimmt zu. Daten von Morgan Stanley zeigen, dass der wöchentliche Handel mit Credit Default Swaps (CDS), die mit Anleihen von Oracle, SpaceX, Alphabet, Amazon, Meta, Broadcom und Nvidia verbunden sind, im September durchschnittlich mehr als 9 Milliarden US-Dollar betrug. Im Juli waren es weniger als 2 Milliarden US-Dollar. Bei einem schuldenabhängigen KI-Infrastrukturunternehmen, dessen Namen JPMorgan nicht nannte, stieg der Fünfjahres-CDS-Spread auf 1.100 Basispunkte. JPMorgan zufolge deutet dieses Niveau auf eine Ausfallwahrscheinlichkeit von rund 50 Prozent oder mehr innerhalb von fünf Jahren hin.
Das Risiko konzentriert sich auf Unternehmen, die bei hohen Ausgaben und begrenztem Cashflow auf weitere Kreditaufnahme angewiesen sind. Die Kosten für Absicherungen bei großen KI-Unternehmen mit stärkeren Cashflows sind mit 50 bis 120 Basispunkten weiterhin niedriger. Das deutet eher auf verstärkte Absicherung als auf die Erwartung unmittelbar bevorstehender schwerer Probleme hin. JPMorgan bezeichnete CDS-Spreads als Warnsignale, nicht als Countdown-Uhren.
Kryptohändler befürchten, dass die mit KI verbundene Volatilität auf andere risikoreiche Anlagen, darunter Bitcoin, übergreifen könnte. Ein stärkerer Rückgang bei KI-Aktien oder straffere Kreditbedingungen könnten die Risikobereitschaft dämpfen. Der Bericht deutet jedoch nicht auf eine unmittelbare Krise im gesamten Sektor hin.
Bearish
Der Bericht ist ein moderat bearishes Signal für Kryptowährungen, da er auf zunehmenden Kreditstress bei schuldenabhängigen KI-Unternehmen hinweist, während KI an den Finanzmärkten ein wichtiger Treiber der Risikobereitschaft war. Wenn Anleger KI-Bewertungen neu beurteilen oder eine Verschärfung der Kreditbedingungen befürchten, könnten sie ihr Engagement in Risikoanlagen wie Bitcoin reduzieren. Das könnte die kurzfristige Volatilität erhöhen und zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen.
Die Indikatoren sind nicht durchweg alarmierend. Der starke Anstieg des CDS-Handels könnte auf Absicherungsgeschäfte zurückzuführen sein, und JPMorgan zufolge bleiben die Absicherungskosten für große KI-Unternehmen mit stärkeren Cashflows vergleichsweise moderat. Die Bank weist außerdem darauf hin, dass CDS-Spreads Warnsignale sind und keine Vorhersagen dafür, dass Zahlungsausfälle unmittelbar bevorstehen. Der Druck scheint sich auf stark fremdfinanzierte Geschäftsmodelle zu konzentrieren und nicht auf den gesamten KI-Sektor.
In der Vergangenheit haben Sorgen über einen größeren Abschwung im Technologie- oder Kreditsektor mitunter zu einer breit angelegten Flucht aus Risikoanlagen geführt, die neben Aktien auch Kryptowährungen belasten kann. Der Artikel stellt jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Kreditstress im KI-Bereich und einem unmittelbaren Bitcoin-Ausverkauf her. Kurzfristig könnten Händler KI-Aktien, Kreditspreads und die allgemeine Risikostimmung auf Anzeichen einer Ansteckung beobachten. Langfristig könnte eine begrenzte Korrektur bei der KI-Finanzierung nur geringe Auswirkungen auf Kryptowährungen haben; eine breitere Kreditverknappung oder ein Einbruch der KI-Investitionen könnte Liquidität und Risikobereitschaft dagegen deutlich stärker schwächen. Insgesamt macht die mögliche Ausstrahlung das Signal bearish, doch es ist kein Beleg für eine bestätigte Marktkrise.