Ledger-Hardware-Wallets von einem Angriff auf die Lieferkette eines Wiederverkäufers betroffen
Ledger zufolge kaufte eine kriminelle Gruppe originale Hardware-Wallets, baute versteckte Komponenten ein und verkaufte die Geräte über Vertriebspartner in Südostasien weiter. Die manipulierten Geräte konnten während der Einrichtung Wiederherstellungsphrasen stehlen und Angreifern so ermöglichen, Wallets leerzuräumen. Ledger bestätigte mindestens ein manipuliertes Gerät, nachdem Kunden Verluste gemeldet hatten, die mit dem in Malaysia ansässigen Wiederverkäufer CryptoBilis in Verbindung standen. Der Blockchain-Ermittler Specter schätzte den Diebstahl auf rund 86 Millionen US-Dollar; Ledger hat jedoch weder die Gesamtverluste noch die Zahl der Opfer bestätigt. Berichten zufolge investierten die Angreifer Millionenbeträge in Systeme, mit denen sie Wiederherstellungsphrasen sammeln, Vermögenswerte verschieben und Geldwäsche betreiben konnten.
Ledger bezeichnet den Vorfall als Angriff auf den Vertriebskanal und nicht als Kompromittierung der eigenen Chips, des Betriebssystems oder der Server. Das Unternehmen hat Vertriebspartner in Südostasien und Hongkong gebeten, den Verkauf auszusetzen, während es die Lagerbestände überprüft. Bei Stichproben wurden bislang keine weiteren manipulierten Geräte gefunden. Ledger hat den Weiterverkauf zurückgesandter Geräte untersagt und die Geschäfte angewiesen, Produkte beim Kauf direkt an Kunden auszuhändigen. Das Unternehmen arbeitet mit Strafverfolgungsbehörden und Sicherheitsforschern zusammen, um die Geldflüsse nachzuverfolgen und die Infrastruktur der Angreifer zu zerschlagen. Der Angriff auf Ledger-Hardware-Wallets verdeutlicht die Risiken in der Lieferkette für Kryptonutzer. Zugleich gibt es breitere Sorgen um die Sicherheit von Wallets, darunter Berichte über einen Diebstahl von fast 120 Millionen US-Dollar bei Coldcard-Nutzern im Juli.
Neutral
Der Vorfall wirft Sicherheitsfragen für Nutzer von Hardware-Wallets auf, doch keine der beiden Zusammenfassungen nennt eine bestimmte Kryptowährung, deren Kurs direkt betroffen ist. Die gemeldeten Verluste und die Aussetzung des Verkaufs durch einige Wiederverkäufer könnten bei betroffenen Kunden kurzfristig für Vorsicht sorgen. Da eine Beeinträchtigung der Kerntechnologie von Ledger jedoch nicht bestätigt wurde, gibt es nur eine begrenzte Grundlage für die Annahme, dass sich der Vorfall dauerhaft auf den Markt einer bestimmten Anlage auswirken wird. Händler könnten weitere Mitteilungen und mögliche Hinweise auf umfassendere Verluste beobachten, doch die Nachricht allein liefert kein klares Richtungssignal für einen bestimmten Coin. Die erwarteten Auswirkungen auf die genannte Kryptowährung selbst sind daher neutral.