Aave schlägt nach dem Binance-Vorfall Kürzungen der Kreditobergrenzen um 3,8 Milliarden US-Dollar vor

Der Risikodienstleister von Aave, LlamaRisk, hat vorgeschlagen, die Kreditobergrenzen für 27 Reserven von Aave V3 und die Auszahlungslimits für sechs Kreditlinien von Aave V4 zu senken. Dadurch würden rund 3,8 Milliarden US-Dollar an ungenutzter Kapazität wegfallen. Die vorgeschlagenen Limits lägen bei etwa dem 1,02-Fachen des Kreditvolumens vor dem Vorfall mit der Binance-Hot-Wallet am 29. Oktober. Aave hatte die betroffenen V3- und V4-Reserven nach dem Vorfall eingefroren. Bei Aave V3 Core würde die WETH-Obergrenze von 2,4 Millionen auf 1,79 Millionen Token sinken; die Obergrenzen für USDT und USDC würden auf 2,56 Milliarden beziehungsweise 2,27 Milliarden US-Dollar festgelegt. Laut LlamaRisk verfügt der Angreifer weiterhin über beträchtliche Mengen an ETH, Stablecoins und Governance-Token und könnte beim Wiederöffnen der Märkte rasch große Positionen aufbauen. Die Änderungen der Aave-Kreditobergrenzen werden über den Risk-Steward-Prozess als Maßnahme zur Risikobegrenzung vorgeschlagen, bevor die Reserven schrittweise wieder freigegeben werden. Sie bedeuten nicht, dass die begrenzten Beträge bereits geliehen oder verloren wurden. GHO ist ausgenommen. Bei einer Annahme würden die Kürzungen den Kreditspielraum der Nutzer verringern, sollen aber das Risiko begrenzen, wenn die Märkte wieder öffnen.
Neutral
Der Vorschlag betrifft in erster Linie die Kreditaufnahmekapazität und die Risikokontrollen von Aave, statt das Angebot oder den Nutzen von AAVE direkt zu verändern. Kurzfristig könnten der verringerte Kreditspielraum und die anhaltende Sperrung die Aktivität dämpfen und bei Aave-Nutzern und Händlern für eine vorsichtigere Stimmung sorgen. Die Änderungen sind jedoch kein Beleg für verlorene Mittel oder neue Kreditaufnahmen. Die Obergrenzen sollen vielmehr das Risiko rasch entstehender, konzentrierter Positionen verringern, wenn die Reserven wieder freigegeben werden. Das könnte das Vertrauen in Aaves Risikomanagement stärken und längerfristig dazu beitragen, Marktstörungen zu begrenzen. Insgesamt ist das direkte Preissignal für AAVE uneinheitlich und indirekt, weshalb eine neutrale Einstufung angemessen ist. Die tatsächliche Kursentwicklung hängt außerdem von der Lösung des Vorfalls, dem Tempo der Freigabe der Reserven, der allgemeinen Lage am Kryptomarkt und etwaigen daraus folgenden Änderungen bei der Protokollnutzung ab.