Verluste von Mercado Bitcoin durch Hackerangriff auf 48,6 Millionen Dollar geschätzt
Das Blockchain-Analyseunternehmen Bitquery schätzt, dass der Hack bei Mercado Bitcoin Verluste von 48,6 Millionen US-Dollar über zehn Blockchains hinweg verursacht hat. Das liegt über den früheren Schätzungen von rund 40 Millionen US-Dollar und den von der Börse gemeldeten 36,3 Millionen US-Dollar. Bitquery verfolgte Abhebungen von 36.042 Ethereum-Einzahlungsadressen zwischen 12:27 und 16:56 UTC am 2. November. Das deutet darauf hin, dass noch etwa vier Stunden lang Gelder bewegt wurden, nachdem die Börse erklärt hatte, den Angriff unter Kontrolle gebracht zu haben. Mercado Bitcoin hat sich zu der aktualisierten Schätzung nicht geäußert.
Die Börse erklärt, sie werde die Kundenverluste übernehmen. Mit Unterstützung von Tether, Circle und Chainalysis wurden mehr als 15 Millionen US-Dollar eingefroren. Ein- und Auszahlungen sind weiterhin ausgesetzt. Mercado Bitcoin plant, seine Website am 9. November im Nur-Lese-Modus wieder zu öffnen; ein Termin für die Wiederaufnahme von Transfers steht noch nicht fest.
Bitquery brachte die Adressen des Angreifers außerdem mit rund 391.000 US-Dollar in Verbindung, die aus Wallets mit Bezug zu BitMart entwendet wurden. BitMart bestätigte am 2. November einen Hack und erklärte, eine erste Untersuchung deute auf dieselbe Gruppe hin. Der Zusammenhang und die Ursachen der Sicherheitsverletzungen sind jedoch nicht bestätigt. Der Vorfall schürt bei Börsennutzern Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und des Gegenparteirisikos, hat aber nach bisherigem Kenntnisstand keine bestätigten direkten Auswirkungen auf die Kryptowährungspreise.
Neutral
Der Hack ist eine schwerwiegende negative Entwicklung für die Nutzer von Mercado Bitcoin und könnte kurzfristig zu größerer Vorsicht gegenüber auf der Börse verwahrten Vermögenswerten führen. Die Berichte belegen jedoch keine bestätigten direkten Auswirkungen auf den Marktpreis von ETH oder einer anderen Kryptowährung, und Mercado Bitcoin hat zugesagt, die Verluste der Kunden zu decken. Das Einfrieren von mehr als 15 Millionen US-Dollar könnte zudem einen Teil der Verluste begrenzen. Händler könnten weitere Offenlegungen, Geldbewegungen und mögliche bestätigte Verbindungen zu BitMart beobachten. Die verfügbaren Informationen sprechen jedoch für eine neutrale Einschätzung der Preise der genannten Kryptowährungen und nicht für ein klares bullisches oder bärisches Signal. Längerfristig könnte der Vorfall die Prüfung der Sicherheit von Börsen und ihrer Verwahrungspraktiken verstärken, ohne zwangsläufig den zugrunde liegenden Wert dieser Vermögenswerte zu verändern.