Metaplanet verkauft 10.000 BTC und kauft 11.000 zurück
Metaplanet verkaufte im dritten Quartal 10.000 BTC für 124,7 Milliarden Yen (etwa 793 Millionen US-Dollar) und kaufte anschließend 11.000 BTC für rund 149,9 Milliarden Yen zurück. Das japanische Bitcoin-Treasury-Unternehmen hielt zum 30. September 44.000 BTC zu durchschnittlichen Anschaffungskosten von etwa 15,56 Millionen Yen je BTC.
Metaplanet erklärte, der Bitcoin-Verkauf sollte Kreditratingagenturen und Anleiheinvestoren zeigen, dass das Unternehmen BTC in Bargeld umwandeln kann, um seinen Schuldenverpflichtungen nachzukommen. Der Verkaufserlös wurde vor dem Rückkauf als Barmittel gehalten; bestehende Anleihen und Darlehen wurden weder zurückgezahlt noch gekündigt. Der Rückkaufpreis lag etwa 9,3 % über dem Verkaufspreis, wodurch für die entsprechende Menge von 10.000 BTC geschätzte Spread-Kosten von 11,57 Milliarden Yen entstanden.
Das Unternehmen erklärte, ein möglicher steuerlicher Kapitalverlust in den USA könne einen latenten Steueranspruch von etwa 97 Millionen US-Dollar schaffen, vorbehaltlich der Zustimmung der Wirtschaftsprüfer. Der Umsatz aus dem Bitcoin-Optionsgeschäft sank im dritten Quartal von 1,75 Milliarden Yen im zweiten Quartal auf 848 Millionen Yen.
Metaplanet plant, ein Kreditrating zu beantragen und den Zugang zu Finanzierungen über Anleihen und Vorzugsaktien auszuweiten. Zudem wurde die Kapitalallokationspolitik angepasst: Bitcoin soll 85 bis 90 % der Gesamtaktiva ausmachen, während der Rest in Übernahmen, ertragsgenerierende Anlagen und ein geplantes Asset-Management-Geschäft fließen soll. Die Strategie für Nettozinserträge könnte durch Bitcoin besicherte Finanzierungen nutzen, um ertragsbringende Vermögenswerte zu erwerben. Die Transaktion dürfte das Bitcoin-Angebot nicht wesentlich beeinflussen, verdeutlicht jedoch die Liquiditäts-, Verschuldungs- und Ausführungsrisiken von Bitcoin-Treasury-Unternehmen.
Neutral
Die Nachricht ist hinsichtlich ihrer direkten Auswirkungen auf den BTC-Preis neutral. Metaplanet hat seine Bestände letztlich um 1.000 BTC erhöht, was als moderates Signal für eine langfristige Nachfrage gewertet werden kann. Allerdings folgte auf den vorübergehenden Verkauf ein Rückkauf zu einem um etwa 9,3 % höheren Preis. Dies zeigt, dass die Transaktion in erster Linie eine Demonstration von Liquidität und Finanzierung war und kein unmittelbar bullischer Kauf.
Kurzfristig dürfte das Geschäft das Bitcoin-Angebot oder die Marktliquidität nicht wesentlich verändern, da die BTC im Rahmen derselben übergeordneten Strategie verkauft und zurückgekauft wurden. Händler könnten sich stattdessen auf den Spread-Verlust, schwächere Optionserlöse sowie die Abhängigkeit des Unternehmens von Schulden und bitcoinbesicherter Finanzierung konzentrieren. Diese Faktoren könnten die Sorgen über die Verschuldung von Treasury-Unternehmen in Phasen hoher BTC-Volatilität verstärken.
Langfristig könnten ein Kreditrating und ein breiterer Zugang zu Anleihe- oder Vorzugsaktienfinanzierungen Metaplanet dabei helfen, Kapital für den Erwerb weiterer BTC aufzunehmen. Das könnte zusätzliche Nachfrage schaffen, wenn die Strategie erfolgreich ist. Die Finanzierungsbedingungen, Steuervorteile und das geplante Rating bleiben jedoch unsicher. Ähnliche Transaktionen von Treasury-Unternehmen haben in der Regel nur begrenzte unmittelbare Auswirkungen auf BTC-Preise, sofern sie nicht mit großen, anhaltenden Käufen oder Zwangsverkäufen verbunden sind. Daher ist das Ereignis am besten als neutral für BTC einzustufen, wobei es zugleich finanzielle Risiken hervorhebt, die bei einer Verschlechterung der Liquiditätsbedingungen bearish werden könnten.