EU-Banken verdoppeln ihre MiCA-Präsenz, während die Kryptoverwahrung wächst

Banken haben ihre Präsenz im MiCA-Register der EU verdoppelt: von rund 40 Instituten am 26. Juni auf fast 80 am 16. September. Ihr Anteil an den registrierten Anbietern von Kryptowerte-Dienstleistungen stieg von etwa 16 % auf knapp 23 %. Das gesamte MiCA-Register wuchs von 243 auf 349 Anbieter. Nichtbanken dominieren weiterhin und legten von rund 203 auf 269 Einträge zu. Ihr Marktanteil sank jedoch, da Banken schneller in den regulierten Kryptomarkt eintraten. Deutschland trug maßgeblich zum Wachstum bei. Zu den neuen Einträgen gehören Institute von Volksbank, Raiffeisenbank und VR Bank sowie die Deutsche Bank. Die Deutsche Bank plant, europäischen institutionellen und gewerblichen Kunden Verwahrungsdienstleistungen für Kryptowerte anzubieten, und erwartet im Oktober eine MiCA-Genehmigung. Nach Artikel 60 der MiCA können Banken über ein Anzeigeverfahren in den Markt eintreten, anstatt gemäß Artikel 62 eine vollständige Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen zu beantragen. Sie müssen ihre zuständige Aufsichtsbehörde im Herkunftsland mindestens 40 Arbeitstage vor Aufnahme der Dienstleistungen informieren und Angaben zu Governance, Risikomanagement, Cybersicherheit und dem Schutz von Kundenvermögen machen. Für Kryptohändler deutet das wachsende MiCA-Register auf eine stärkere institutionelle Beteiligung, eine verbesserte Verwahrungsinfrastruktur und potenziell höhere Liquidität hin. Die Entwicklung verändert jedoch nicht unmittelbar die Fundamentaldaten von Token und garantiert keine sofortigen Kursgewinne. Zudem kann das MiCA-Register den jüngsten regulatorischen Anzeigen hinterherhinken.
Neutral
Die Nachricht ist strukturell positiv für den Kryptomarkt, aber neutral für die unmittelbaren Tokenpreise. Kurzfristig dürfte die Verdoppelung der Banken im MiCA-Register keinen direkten Handelsimpuls auslösen, da weder eine bestimmte Kryptowährung noch ein Kapitalzufluss oder eine Veränderung der Fundamentaldaten von Token angekündigt wurde. Händler könnten die Entwicklung als Zeichen eines wachsenden regulatorischen Vertrauens interpretieren, doch die Kursreaktionen dürften begrenzt bleiben, sofern keine messbare Nachfrage oder höheren Handelsvolumina folgen. Langfristig könnte die Beteiligung von Banken die institutionelle Akzeptanz durch regulierte Verwahrung, eine stärkere Compliance-Infrastruktur und potenziell höhere Liquidität unterstützen. Diese Faktoren könnten die Marktstabilität verbessern und die Hürden für institutionelle Anleger senken. Die Vorteile werden sich jedoch schrittweise entwickeln, und eine regulatorische Genehmigung garantiert weder Kapitalzuflüsse noch Kursgewinne einzelner Token. Die insgesamt erwartete Kursauswirkung bleibt daher neutral.