Nasdaq fällt um 2,6 %, während die Mittelzuflüsse bei Bitcoin-ETFs auseinanderlaufen
US-Aktien gaben am 22. Oktober nach: Der Nasdaq verlor 2,6 %, der S&P 500 fiel um 1,21 %. Der Ausverkauf setzt kryptobezogene Aktien zusätzlich unter Druck, während Händler hohe Zinsen, schwächere Technologiewerte und eine uneinheitliche institutionelle Nachfrage nach Bitcoin bewerten.
Die Zu- und Abflüsse bei Bitcoin-ETFs waren am 20. Oktober unterschiedlich. BlackRocks IBIT verzeichnete Nettozuflüsse von 665 Millionen US-Dollar, während Fidelitys FBTC 83,63 Millionen US-Dollar verlor und Grayscales GBTC um 54,93 Millionen US-Dollar schrumpfte. Der Zufluss könnte auf ein erneutes institutionelles Interesse hindeuten; die Abflüsse bei anderen Fonds zeigen jedoch, dass die Nachfrage uneinheitlich ist.
Strategy (MSTR) kaufte vom 12. bis 18. Oktober 267 BTC für etwa 22,1 Millionen US-Dollar und erhöhte damit den gemeldeten Bestand auf 848.517 BTC. Zudem kaufte das Unternehmen STRC-Vorzugsaktien im Wert von 193,1 Millionen US-Dollar zurück. Dies deutet auf eine veränderte Kapitalallokation hin, während sich die Bewertung des Unternehmens dem Wert seiner Bitcoin-Bestände nähert.
Die Coinbase-Aktie fiel um 4,51 % auf 169,09 US-Dollar. Dem Artikel zufolge sank der Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 17,34 % auf 1,154 Milliarden US-Dollar; der Nettoverlust betrug 359 Millionen US-Dollar. Schwache Handelsvolumina bei Kryptowährungen belasten den Ausblick. Die Märkte beobachten außerdem die Sitzung der Federal Reserve am 27. und 28. Oktober. Händler sehen die Wahrscheinlichkeit unveränderter Zinsen bei über 80 %. Für Kryptohändler sind die anhaltenden ETF-Zuflüsse und -Abflüsse, die Reaktion von Bitcoin auf eine risikoscheue Marktstimmung und die Hinweise der Fed zu künftigen Zinsen entscheidend.
Neutral
Das Gesamtsignal für Kryptowährungen ist uneinheitlich und spricht daher für eine neutrale Einschätzung. Der Rückgang des Nasdaq um 2,6 % und die Schwäche von Coinbase spiegeln ein risikoaverses Umfeld wider, das die Preise von Kryptowährungen und verwandten Aktien belasten kann – insbesondere, wenn hohe Zinsen spekulative Anlagen weniger attraktiv machen. Der von Coinbase gemeldete Umsatzrückgang und Nettoverlust deuten zudem auf eine geringere Handelsaktivität hin und könnten ein Warnsignal für die Stimmung gegenüber Kryptobörsen sein.
Es gibt jedoch auch gegenläufige Anzeichen. Der Mittelzufluss von 665 Millionen US-Dollar in IBIT könnte kurzfristig stützen, da er auf eine wieder anziehende institutionelle Nachfrage nach Bitcoin hindeutet. Die Abflüsse aus FBTC und GBTC zeigen jedoch, dass diese Nachfrage nicht breit angelegt ist. Händler könnten daher erst mehrere Tage mit anhaltenden Nettozuflüssen abwarten, bevor sie die Bewegung als dauerhaften Trend betrachten. Der zusätzliche Bitcoin-Kauf von Strategy wirkt sich am Rande positiv aus. Der umfangreiche Rückkauf von Vorzugsaktien und ein mNAV nahe 1 zeigen jedoch, dass Anleger auch die Finanzierungsentscheidungen und den Aufschlag auf das Bitcoin-Engagement des Unternehmens prüfen.
Kurzfristig könnte Bitcoin auf ETF-Flussdaten, die allgemeine Stimmung gegenüber Technologieaktien und die Sitzung der Federal Reserve am 27.–28. Oktober reagieren. Ein restriktives Signal oder anhaltende Schwäche an den Aktienmärkten könnte den Verkaufsdruck erneut verstärken; anhaltende ETF-Zuflüsse könnten Kursrückgänge abfedern. In ähnlichen Phasen waren starke Zuflüsse in einen ETF bei gleichzeitigen Abflüssen aus anderen ETFs meist weniger eindeutige Richtungssignale als breit angelegte Zuflüsse.
Langfristig könnten institutionelle Nachfrage und Bitcoin-Bestände von Unternehmen den Markt stützen. Hohe Zinsen, schwache Handelsvolumina bei Kryptowährungen und Risiken bei Unternehmen, die digitale Vermögenswerte als Teil ihrer Treasury-Bestände halten, könnten die Gewinne jedoch begrenzen und die Volatilität erhöhen. Der Artikel verweist somit auf gegenläufige Kräfte und nicht auf einen klaren bullischen oder bärischen Auslöser.