Nordamerikas Kryptoökonomie: KI, Stablecoins und Tokenisierung

Chainalysis schätzt die Kryptoökonomie Nordamerikas in den zwölf Monaten bis zum 1. Juli 2026 auf 3,02 Billionen US-Dollar. Damit zählt die Region weiterhin zu den einflussreichsten Kryptomärkten der Welt. Auf die USA entfielen 2,78 Billionen US-Dollar, obwohl ihre Aktivität im Jahresvergleich um 2,2 Prozent zurückging. Kanadas Kryptoökonomie wuchs um 2,3 Prozent auf mehr als 247,7 Milliarden US-Dollar. Die neuesten Ergebnisse beleuchten die Rolle der Region beim Aufbau der Krypto-Infrastruktur genauer. Base verarbeitete mehr als 138 Millionen x402-Transaktionen, gegenüber rund 1.500 zu Beginn des Zeitraums. Das Protokoll unterstützt automatisierte Zahlungen kleiner Beträge zwischen Software-Agenten. Auf die USA entfielen 30 Prozent der Transaktionen zwischen Agenten und Diensten. Auch die erneute Aufladung von Wallets nahm zu: 89,3 Prozent der Wallets, die im zweiten Quartal 2026 erstmals finanziert wurden, erhielten innerhalb von 30 Tagen eine weitere Einzahlung. Bei Wallets, die im dritten Quartal 2025 erstmals finanziert wurden, lag dieser Anteil bei 70,6 Prozent. Der Wert tokenisierter Vermögenswerte belief sich Ende des zweiten Quartals Schätzungen zufolge auf 36,07 Milliarden US-Dollar, darunter 15,42 Milliarden US-Dollar in tokenisierten US-Staatsanleihen. US-Inhaber machten 11,7 Prozent der weltweiten Inhaber tokenisierter Real-World-Assets aus. An den Orderbuchvolumina von Stablecoins hatten an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins einen Anteil von 99,1 Prozent. Bei grenzüberschreitenden Stablecoin-Transfers belegte Kanada weltweit den ersten Platz. Überweisungen nach Indien, China und auf die Philippinen erreichten 2,36 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 141 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dem Bericht zufolge wurden die USA außerdem erstmals seit 2022 zum Nettoimporteur von Bitcoin. Insgesamt bleibt Nordamerikas Kryptoökonomie eine wichtige Quelle für Zahlungs- und Tokenisierungsinfrastruktur, auch wenn sich Nutzer und Nachfrage zunehmend über die Region hinaus ausdehnen.
Neutral
Der Bericht deutet auf eine zunehmende Nutzung von Kryptowährungen, mehr wiederkehrende Wallet-Aktivität, hohe Stablecoin-Volumina und eine rasche Verbreitung von x402-Zahlungen hin. Diese Trends könnten die Nachfrage nach Krypto-Infrastruktur langfristig stützen, belegen jedoch keinen unmittelbaren Preistreiber für einen bestimmten Token. Die positiven Signale zur Akzeptanz werden durch einen Rückgang der US-Aktivität um 2,2 % und das Fehlen eines direkten Zusammenhangs zwischen den gemeldeten Wachstumsbereichen und breit angelegten Token-Käufen relativiert. Dass die USA zu einem Nettoimporteur von Bitcoin geworden sind, ist eine bemerkenswerte Veränderung der Marktströme. Die Zusammenfassung enthält jedoch keine Angaben zu Volumen oder Beständigkeit, die zeigen würden, dass sich dies wesentlich auf die BTC-Preise auswirkt. Händler könnten die BTC-Ströme und die Stablecoin-Aktivität beobachten, um zu sehen, ob sich die Entwicklung fortsetzt. Ohne entsprechende Belege dürfte der direkte Preiseffekt kurzfristig begrenzt und längerfristig ungewiss sein.