Der Ausbau der Kernenergie könnte den Verkaufsdruck auf Bitcoin lindern
Der CEO von VanEck, Jan van Eck, erklärte, dass schnellere Genehmigungen für Kernenergie die künstliche Intelligenz und das Bitcoin-Mining unterstützen könnten, indem sie den Zugang zu zuverlässigem und erschwinglichem Strom erweitern. In den Vereinigten Staaten wächst die parteiübergreifende Unterstützung für Kernenergie, und das Land strebt an, die nukleare Stromerzeugung in den nächsten 25 Jahren zu vervierfachen. Der geplante Neustart eines Reaktors in Three Mile Island wurde als Beleg für den politischen Rückenwind angeführt.
Niedrigere Stromkosten könnten die Margen der Bitcoin-Miner verbessern und ihren Bedarf verringern, Bitcoin zur Finanzierung von Strom- und Betriebskosten zu verkaufen. Matthew Sigel, Leiter der Digital-Asset-Forschung bei VanEck, sagte, die Stromverträge und Infrastruktur der Miner könnten einen erheblichen Optionswert besitzen, da sie für KI und Hochleistungsrechnen umgenutzt werden könnten. Neue KI-bezogene Einnahmen könnten den Verkaufsdruck auf Bitcoin zusätzlich verringern.
Die Auswirkungen auf Bitcoin betreffen vor allem die langfristige Entwicklung von Angebot und Kosten. Händler sollten Genehmigungen für Kernenergie, Zeitpläne für Reaktor-Neustarts, Partnerschaften zwischen Minern und KI-Unternehmen sowie Abflüsse von Bitcoin-Minern beobachten. Da keine konkrete politische Entscheidung oder unmittelbare Veränderung der Mining-Bedingungen angekündigt wurde, dürfte der kurzfristige Einfluss auf den Bitcoin-Preis begrenzt sein. VanEcks Engagement in Bitcoin-Produkten und Nuklearinvestitionen stellt zudem einen potenziellen Interessenkonflikt dar.
Bullish
Die Nachricht ist langfristig leicht bullisch für Bitcoin, da eine ausgeweitete Nuklearkapazität die Mining-Kosten senken und den Zugang der Miner zu stabilem Strom verbessern könnte. Wenn Miner höhere Einnahmen aus Verträgen für KI und Hochleistungsrechnen erzielen, könnten sie weniger darauf angewiesen sein, neu geschürfte Bitcoin zu verkaufen, wodurch der potenzielle Angebotsdruck abnehmen würde.
Die unmittelbare Marktwirkung dürfte begrenzt sein. Genehmigungen für Kernenergie und die Wiederinbetriebnahme von Reaktoren erfordern Jahre, und der Bericht bestätigt weder eine neue politische Entscheidung noch eine abgeschlossene Reaktor-Wiederinbetriebnahme oder eine konkrete Vereinbarung zwischen einem Miner und einem KI-Unternehmen. Bitcoin-Händler werden daher wahrscheinlich stärker auf tatsächliche Veränderungen bei den Abflüssen der Miner, der Wirtschaftlichkeit der Hashrate und den Unternehmensprognosen reagieren als auf die Schlagzeile allein. Die Einschätzung stammt zudem von VanEck, das sowohl bei Bitcoin als auch bei kernenergiebezogenen Anlagen kommerziell engagiert ist. Daher ist die langfristige Tendenz bullisch, während die kurzfristige Kursentwicklung neutral bleiben oder von den allgemeinen Bedingungen am Kryptomarkt bestimmt werden könnte.