On-Chain-Optionen wachsen mit der Expansion von Perp-DEXs
On-Chain-Optionen gewinnen an Bedeutung, da Kryptohändler nach Strategien zur Absicherung und zum Umgang mit Volatilität suchen und Perpetual-DEXs in den Optionsmarkt vordringen. Der Anteil von Bitcoin-Optionen am Open Interest von Bitcoin-Derivaten stieg von etwa 50 % zu Jahresbeginn auf 58,9 %. Das vierteljährliche Nominalvolumen von On-Chain-Optionen erhöhte sich von 1,698 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal auf 8,367 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal, während das Volumen von Perpetual-Kontrakten von 36,29 Billionen auf 17,12 Billionen US-Dollar sank. Ein separater Vergleich über 30 Tage bis zum 19. Oktober 2026 ergab ein Optionsvolumen von rund 4,9 Milliarden US-Dollar gegenüber 627 Milliarden US-Dollar bei Perp-DEXs und verdeutlichte damit den Größenunterschied.
Die neueren Zahlen deuten auf Wachstum hin, während frühere Analysen die strukturellen Hürden des Marktes und mögliche Verbindungen zu Perp-Handelsplätzen hervorgehoben hatten. Hyperliquid entwickelt über HIP-4 eine Optionsinfrastruktur; das Ökosystemprotokoll Hypercall verzeichnete im September ein Nominalvolumen von 536 Millionen US-Dollar. Lighter hat kurzfristige binäre BTC- und ETH-Optionen eingeführt und plant den Übergang zu standardisierten europäischen Optionen. Variational plant institutionelle Optionen, strukturierte Produkte und OTC-Derivate. Derive bleibt mit rund 2,07 Milliarden US-Dollar von insgesamt 2,19 Milliarden US-Dollar Open Interest im Sektor führend. Auch Paradex hat institutionelle Blockliquidität genutzt.
Perp-Plattformen könnten Optionsverkäufern dabei helfen, sich mithilfe tieferer Liquidität und gemeinsamer Margin abzusichern, während Optionen das Liquidationsrisiko gegen Zahlung einer Prämie begrenzen können. Eine historische BTC-Analyse bezifferte die Wahrscheinlichkeit einer Liquidation bei einer 10-fach gehebelten Perpetual-Position, die 180 Tage gehalten wird, auf 47 %. Fragmentierte Liquidität, Absicherungskosten, Kapitalanforderungen und die Komplexität der Produkte bleiben jedoch Hürden – insbesondere bei anderen Assets als BTC und ETH. Die Ausweitung von On-Chain-Optionen signalisiert ein wachsendes Interesse am Risikomanagement im Kryptobereich; ihre direkten Auswirkungen auf Tokenpreise sind jedoch unklar.
Neutral
Die Entwicklungen deuten auf einen wachsenden Derivatemarkt und einen breiteren Zugang zu Absicherungsinstrumenten hin, doch keine der beiden Zusammenfassungen belegt einen direkten Auslöser für die Preise von BTC oder ETH. Kurzfristig könnten neue Produkte und eine höhere Optionsaktivität die Nachfrage nach Handel und Absicherung steigern. Das Optionsvolumen liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Volumen von Perp-DEXs, und eine fragmentierte Liquidität kann die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt begrenzen. Optionen können in volatilen Phasen auch das Risikomanagement unterstützen, doch die Richtung der Absicherungsströme kann variieren und führt nicht zwangsläufig zu anhaltenden Käufen oder Verkäufen am Spotmarkt. Langfristig könnten eine größere Markttiefe und gemeinsame Margin die Markteffizienz verbessern und weitere Teilnehmer anziehen. Die Einführung wird jedoch durch Komplexität, Kapitalbedarf und ungleichmäßige Liquidität eingeschränkt. Die Gesamtauswirkung auf die Preise der genannten Kryptowährungen ist daher ungewiss und nicht eindeutig positiv oder negativ.