Der digitale Rubel eröffnet 220.000 Konten, doch die Nutzung bleibt gering

Der digitale Rubel Russlands verzeichnete im ersten Monat nach seiner Einführung am 1. September mehr als 220.000 eröffnete Konten – über dreimal so viele wie von der Bank von Russland angestrebt. Eine Umfrage der VTB deutet jedoch auf eine geringe tatsächliche Nutzung hin: 42 % eröffneten ein Konto aus Neugier, und 35 % hatten es noch nicht genutzt. Die Befragten sagten, Rabatte, eine breitere Akzeptanz bei Händlern und Offline-Zahlungen könnten die regelmäßige Nutzung fördern. Taras Skworzow, ein Manager der Sberbank, erwartet, dass der digitale Rubel höchstens einen winzigen Anteil der Transaktionen ausmachen wird. Unterdessen weiten russische Behörden die Anforderungen an Händler aus und testen Gehaltszahlungen des Staates mit der digitalen Zentralbankwährung (CBDC). Eine separate Untersuchung ergab, dass das sanktionierte A7 Network zwischen November 2024 und Juli 2025 mindestens 283 Tonnen Bargeld in Rubel im Wert von mehr als 14 Milliarden US-Dollar abwickelte. Der Berichterstattung zufolge verlief die Hawala-ähnliche Zahlungskette über die staatliche Promswjasbank und ausländische Briefkastenfirmen, häufig mit Empfängern in China. A7 hat außerdem einen grenzüberschreitenden Dienst eingeführt, der Tether (USDT) akzeptiert. Die Erkenntnisse machen Risiken bei der Umgehung von Sanktionen und der finanziellen Transparenz sichtbar, weisen jedoch nicht auf eine direkte Veränderung der breiteren Nachfrage am Kryptomarkt hin.
Neutral
Die Nachricht ist für den breiteren Kryptomarkt neutral. Die Zahl der Konten für den digitalen Rubel in Russland übertraf die Erwartungen, doch die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Anmeldungen aus Neugier erfolgten und viele Konten kaum genutzt werden. Dieses geringe Engagement deutet zusammen mit der Prognose der Sberbank einer niedrigen Akzeptanz auf begrenzte kurzfristige Auswirkungen auf Zahlungsströme oder die Nachfrage nach gehandelten Krypto-Assets hin. Ausgeweitete Annahmepflichten und Bemühungen, einen Offline-Zugang zu ermöglichen, könnten die Nutzung im Laufe der Zeit erhöhen. Die Umsetzung und öffentliche Anreize bleiben jedoch wichtige Unsicherheitsfaktoren. Die A7-Ermittlungen erhöhen die regulatorischen Risiken und Sanktionsrisiken im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Zahlungen, Geldflüssen und der Nutzung von USDT. Kurzfristig könnte die Berichterstattung zu einer strengeren Prüfung sanktionierter Unternehmen und damit verbundener Kryptoplattformen führen und dadurch die Liquidität oder den Zugang zu betroffenen Diensten beeinflussen. Der Artikel berichtet jedoch weder von einer weitreichenden Beeinträchtigung von USDT noch von größeren Maßnahmen gegen Börsen oder marktweiten Kapitalbewegungen. Frühere Sanktionsankündigungen führten häufig zu konzentrierter Volatilität bei unmittelbar betroffenen Token oder Plattformen, nicht aber zu einer anhaltenden Bewegung am breiteren Kryptomarkt. Langfristig könnte eine strengere Durchsetzung die Compliance-Kosten erhöhen und riskante Zahlungskanäle unter Druck setzen, während die Einführung von CBDCs die inländischen Zahlungssysteme geringfügig verändern könnte. Derzeit liefert keine der beiden Entwicklungen ein klares Richtungssignal für die Kurse großer Krypto-Assets. Die wahrscheinlichen Marktauswirkungen sind daher begrenzt und auf einzelne Assets beschränkt.