Sberbank erhält Genehmigung für den Kryptohandel in Russland
Die russische Zentralbank hat der Sberbank, der größten Bank des Landes, den Handel mit digitalen Währungen genehmigt. Zuvor hatte sie bereits die Verwahrung von Kryptowährungen und die entsprechende Buchführung erlaubt. Die Sberbank plant, ab dem 1. Dezember über ihre Online-Banking- und Anlagedienste Krypto-Produkte anzubieten. Zu den voraussichtlichen ersten Assets zählen Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Tether (USDT), vorbehaltlich der regulatorischen Vorbereitungen. Außerdem will die Bank im Dezember eine Krypto-Wallet einführen. Im selben Monat dürfte auch die Moskauer Börse den Krypto-Handel aufnehmen.
Russlands Gesetz über digitale Währungen trat am 1. September in Kraft und schuf einen Rahmen für Krypto-Börsen und Verwahrer digitaler Vermögenswerte. Seit dem 5. Oktober können Banken und andere Organisationen eine Zulassung beantragen. Als nicht qualifiziert eingestufte Privatanleger dürfen über einen einzigen Vermittler jährlich höchstens 300.000 Rubel investieren und müssen einen Wissenstest bestehen. Qualifizierte Anleger können auf Kryptowährungen zugreifen, die an Börsen notiert sind oder außerbörslich gehandelt werden. Zahlungen für Waren mit Kryptowährungen bleiben illegal. Die neuen Regeln und der Einstieg der Sberbank erweitern den regulierten Zugang zu Kryptowährungen in Russland; die Berichte nennen jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Preise.
Neutral
Die Genehmigung ist eine positive Entwicklung für den regulierten Zugang zu Kryptowährungen in Russland, doch die Berichte liefern keine Belege für unmittelbare Auswirkungen auf die Preise von BTC, ETH oder USDT. Kurzfristig könnte die Ankündigung Aufmerksamkeit und ein moderates Kaufinteresse wecken, da Händler neue Bank- und Börsendienstleistungen erwarten. Die Einführung ist jedoch für Dezember geplant und hängt weiterhin von regulatorischen Vorbereitungen ab. Daher könnte eine etwaige Preisreaktion begrenzt sein oder bereits in den Erwartungen berücksichtigt sein. Langfristig könnte ein leichterer Zugang über eine Großbank und die Moskauer Börse die Beteiligung ausweiten und die Handelsliquidität stärken. Die jährliche Obergrenze und der Wissenstest für nicht qualifizierte Anleger, Beschränkungen für Krypto-Zahlungen sowie das Fehlen gemeldeter Preiseffekte dämpfen die optimistische Einschätzung. Insgesamt ist die Nachricht für die Marktinfrastruktur Russlands bedeutsamer als für die kurzfristige Richtung der Kryptopreise.