Stablecoins: Rendite auf Reserven, Dominanz des US-Dollars und Zahlungen zwischen Agenten

Stablecoins treten in eine neue Wettbewerbsphase ein, da Plattformen einen größeren Anteil der Erträge aus ihren Reserven anstreben. Bei Hyperliquid beliefen sich die USDC-Guthaben bis September 2025 auf etwa 5–6 Milliarden US-Dollar. Daraus ergibt sich ein annualisierter Reserveertrag von mehr als 200 Millionen US-Dollar, gegenüber rund 77 Millionen US-Dollar im Januar. Native Markets gewann das Governance-Verfahren für USDH mit dem Plan, die Hälfte der Reserveerträge für HYPE-Rückkäufe und die Entwicklung des Ökosystems einzusetzen. Der Stablecoin-Markt ist weiterhin fast vollständig vom US-Dollar geprägt: Mehr als 99 % des Angebots lauten auf US-Dollar. Die Stablecoin-Zahlungsströme beliefen sich 2024 auf nahezu 8 % des BIP in Lateinamerika und der Karibik sowie auf mehr als 6 % in Afrika und dem Nahen Osten. Diese Ströme können Menschen und Unternehmen eine Alternative zu lokalen Währungen bieten, zugleich aber Sorgen um die monetäre Souveränität hervorrufen. Die Studie weist außerdem auf Wachstumspotenzial für Stablecoins außerhalb des US-Dollars und für durch Vermögenswerte gedeckte Stablecoins hin. Stablecoins könnten auch den Handel zwischen Maschinen unterstützen. Der Anteil agentenbezogener Projekte an Krypto-KI-Deals stieg von 5 % im zweiten Halbjahr 2023 auf 36 % im ersten Halbjahr 2025. Projekte und Unternehmen wie Payman.ai, Catena Labs, Coinbase und Google prüfen Infrastrukturen oder Standards für agentengestützte Zahlungen. Insgesamt beleuchtet der Artikel den Wettbewerb um Erträge aus Stablecoin-Reserven, die weltweite Verbreitung dollarbasierter Stablecoins und ihre mögliche Rolle bei automatisierten Zahlungen.
Neutral
Der Artikel ist ein Forschungsüberblick zu strukturellen Trends und kein Bericht über eine neue marktweite Politikänderung, einen Sicherheitsvorfall oder einen unmittelbaren Liquiditätsschock. Seine direkte kurzfristige Auswirkung auf den Handel dürfte daher begrenzt sein. Die deutlichste tokenbezogene Implikation könnte HYPE unterstützen: Der USDH-Plan sieht vor, die Hälfte der Reserveerträge für HYPE-Rückkäufe und die Entwicklung des Ökosystems einzusetzen. Händler könnten dies als Nachfragequelle betrachten; da der Artikel jedoch weder Zeitpunkt noch Umfang der tatsächlichen Rückkäufe beziffert, ist es kein verlässlicher kurzfristiger Katalysator. Die USDC-Bestände und die Angaben zu den Reserveerträgen zeigen, wie die Verbreitung von Stablecoins erhebliche Einnahmen generieren und den Wettbewerb zwischen Emittenten und Plattformen verschärfen kann. Ähnliche Diskussionen über die Beteiligung an Stablecoin-Einnahmen sowie über Anreize von Börsen oder Ökosystemen haben tendenziell die Aussichten einzelner Plattformen stärker beeinflusst als den breiteren Kryptomarkt. Kurzfristig dürften Händler eher auf Umsetzungsdetails, tatsächliche Kapitalflüsse und eine etwaige Nachfrage nach zugehörigen Token reagieren als auf die Forschungsthese selbst. Langfristig könnte das anhaltende Wachstum von Stablecoins die On-Chain-Liquidität vertiefen und Handel, Zahlungen sowie tokenisierte Vermögenswerte unterstützen. Die Dominanz dollarbesicherter Stablecoins könnte jedoch regulatorische Bedenken und Sorgen um die Währungssouveränität verstärken, während der Wettbewerb durch Alternativen, die an lokale Währungen oder Vermögenswerte gebunden sind, die Marktanteile verändern könnte. Agentenbasierte Zahlungen könnten eine zusätzliche Quelle der Verbreitung darstellen, doch der angeführte Anstieg der Projektfinanzierung belegt noch keine bedeutenden Transaktionsvolumina. Diese gegenläufigen, schrittweisen Effekte sprechen für eine neutrale Gesamtbewertung des Marktes statt für ein klares bullisches oder bearisches Signal.