Moody's: Der Hype um Stablecoins ist kurzfristig keine Bedrohung für Banken; das CLARITY-Gesetz ist entscheidend

Moody’s Investors Service stellt fest, dass der Hype um Stablecoins kurzfristig für traditionelle Banken wahrscheinlich übertrieben ist. In den vom Artikel zitierten Kommentaren argumentiert Moodys Abhi Srivastava, dass Stablecoins kurzfristig kaum in nennenswertem Umfang Einlagen abziehen dürften, da die USA bereits schnelle, kostengünstige und vertrauenswürdige Zahlungsinfrastrukturen besitzen. Eine wesentliche Beschränkung ist die aktuelle US-Regel, dass Stablecoins keine Rendite zahlen dürfen. Das mindert Anreize für Nutzer, Gelder von Banken zu Stablecoin-Alternativen zu verschieben. Gleichzeitig ist die Marktkapitalisierung von Stablecoins bis Ende 2025 auf über 300 Mrd. USD gewachsen, gestützt durch Zahlungen, grenzüberschreitenden Handel und Onchain-Finance sowie die Ausweitung tokenisierter Real-World-Assets (RWA). Moody’s warnt jedoch vor einem längerfristigen Risiko: Wenn Stablecoins und tokenisierte Assets weiter expandieren—insbesondere sobald zinstragende Konstruktionen möglich werden—könnten Banken mit Einlagenabflüssen und einer verringerten Kreditvergabekapazität konfrontiert werden. Für Trader ist die Politik der wichtigste Auslöser. Der US-CLARITY Act von 2025 steckt im Kongress fest. Coinbase und andere haben frühere Versionen abgelehnt, die zinstragende Stablecoins verbieten würden, während Banken die Beibehaltung des Verbots unterstützen. Senator Thom Tillis arbeitet Berichten zufolge an einem Kompromiss, der Zeitplan ist jedoch unklar. Fazit: Kurzfristig wirkt der Druck durch Stablecoins auf Banken begrenzt, aber die Marktstimmung kann stark auf jede CLARITY-Act-Schlagzeile und zukünftige regulative Änderungen in Bezug auf Renditen reagieren.
Neutral
Moody’s erwartet keine kurzfristige banken-destabilisierende Wirkung durch Stablecoins, da die US-Zahlungsinfrastrukturen und das Verbot von Renditen die Anreize für eine Einlagenmigration deutlich verringern. Das sollte unmittelbare preisgetriebene „Bankrisiko“-Narrative im Zusammenhang mit Stablecoin-Handel dämpfen. Die Einschätzung fällt nur vorsichtig neutral statt bullisch oder bärisch aus, weil zwei längerfristige Faktoren dennoch relevant sein können: (1) die Skalierung von Stablecoins nimmt zu und (2) tokenisierte Real-World-Assets (RWA) könnten langfristig Liquidität verschieben und die Bankkreditvergabe beeinflussen, falls zinstragende Stablecoin-Produkte regulatorische Zulassung erhalten. Der am meisten handelbare Treiber bleibt das gesetzgeberische Risiko: der feststeckende CLARITY Act und mögliche Kompromissformulierungen (insbesondere zu zinstragenden Stablecoins) können kurzfristige Volatilität auslösen, selbst wenn sich die Fundamentaldaten nicht über Nacht ändern. Insgesamt ist dies eine Mischung aus Fundamentaldaten- und Politikbotschaft, mit begrenztem unmittelbarem Auf- oder Abwärtspotenzial für Krypto-Preise allein auf Basis der Moody’s-Bewertung, jedoch mit signifikanter Ereignisrisiko-Sensitivität gegenüber Kongress-Schlagzeilen.