Stablecoins steigern die Nachfrage nach US-Staatsanleihen, doch die Emittenten behalten die Rendite

Stablecoins sind zu einer zunehmend wichtigen Nachfragequelle für kurzfristige US-Schatzwechsel geworden, obwohl ihre Emittenten weiterhin weniger als 1 % der ausstehenden US-Staatsanleihen halten. Ein Arbeitspapier der BIS stellte fest, dass ein Stablecoin-Zufluss von 3,5 Milliarden US-Dollar innerhalb von zehn Tagen mit einem Rückgang der Renditen dreimonatiger Schatzwechsel um bis zu 4 Basispunkte verbunden war. Die Wirkung konzentriert sich auf das kurze Ende der Zinsstrukturkurve. Forschungsergebnisse deuten zugleich darauf hin, dass Rücknahmen die Renditen stärker nach oben treiben können, als Zuflüsse sie nach unten drücken. Die meisten Inhaber reservegedeckter Stablecoins erhalten keine Rendite, obwohl die Emittenten mit Reserven, die in Vermögenswerte wie Schatzwechsel investiert sind, Erträge erzielen. Der Artikel stellt diesem Modell USDS und sUSDS von Sky Protocol gegenüber: sUSDS erwirtschaftet eine variable Sky Savings Rate, die aus dem Protokollüberschuss finanziert wird, statt die Rendite einer bestimmten Anlage in US-Staatsanleihen direkt weiterzugeben. Das Wachstum von Stablecoins könnte die kurzfristigen staatlichen Finanzierungskosten leicht senken. Schnelle Rücknahmen können den Druck in Phasen von Marktstress jedoch verstärken. Die Gesamtwirkung hängt von der Qualität und Liquidität der Reserven sowie davon ab, ob Stablecoin-Zuflüsse eine neue Nachfrage darstellen oder lediglich eine Verlagerung von Bankeinlagen.
Neutral
Dies ist in erster Linie eine Entwicklung der Marktstruktur und kein unmittelbarer Handelsauslöser für große Kryptoanlagen. Käufe von Reserveanlagen durch Stablecoins schaffen eine stetige Nachfrage nach kurzfristigen US-Staatsanleihen und können die Renditen von Treasury Bills geringfügig senken. Die BIS-Schätzung – ein Zufluss von 3,5 Milliarden US-Dollar, der mit einem Rückgang der Dreimonatsrenditen um bis zu 4 Basispunkte verbunden ist – deutet auf einen messbaren, aber begrenzten Effekt hin. Da Stablecoin-Emittenten weniger als 1 % der ausstehenden US-Staatsanleihen halten, lässt die Nachricht für sich genommen nicht auf eine umfassende Veränderung der Bedingungen am US-Schuldenmarkt schließen. Das Risiko wirkt in beide Richtungen. Zuflüsse können die Nachfrage nach Treasury Bills stützen, doch eine Welle von Rücknahmen könnte Verkäufe von Reserveanlagen erzwingen und die kurzfristigen Renditen erhöhen, insbesondere in angespannten Märkten. Das erinnert an frühere Phasen, in denen Stablecoins ihre Bindung verloren oder umfangreiche Rücknahmen die Aufmerksamkeit auf die Liquidität der Reserven verstärkten und zu größerer Vorsicht am gesamten Kryptomarkt führten. Der Artikel berichtet weder von einem aktuellen Rücknahmeschock noch von einer Entkopplung, liefert also kein unmittelbares bärisches Signal. Kurzfristig könnten Händler das Stablecoin-Angebot, die Börsensalden, die Rücknahmeaktivität und die Renditen von Treasury Bills beobachten, um Anzeichen für veränderte Liquidität zu erkennen. Längerfristig könnten klarere Reservevorschriften und mehr Transparenz das Vertrauen stärken und die Verbreitung von Stablecoins fördern. Die Konzentration der Reserveerträge bei den Emittenten und das Potenzial für schnelle Abflüsse bleiben jedoch Risiken. Die Erörterung von sUSDS und der Sky Savings Rate im Artikel bezieht sich speziell auf dieses Protokoll und sollte nicht als allgemeine Behauptung verstanden werden, dass Stablecoins Treasury-Renditen an ihre Inhaber weitergeben. Insgesamt deuten die Belege auf einen moderaten Einfluss auf kurzfristige Zinssätze und eine bedingte, zweiseitige Wirkung auf die Kryptoliquidität hin, was eine neutrale Einschätzung stützt.